„Ich lebe gerne in Hagen“ – Bekenntnis zur neuen Heimat

Hagen. (san) Fünf Jahre werden es nun, die Hans-Jürgen Thimm in Hagen lebt. Eine Zeit, die ihn genügend Einblicke hat nehmen lassen in eine Stadt, über die viel mehr genörgelt werde, als sie verdient habe. „Ich fühle mich absolut wohl hier,“ möchte er seinen überaus positiven Eindruck von seiner Wahlheimat Ausdruck verleihen.

Berufssoldat Thimm ist viel herumgekommen, die verschiedensten Orte hat er er-“lebt“.

Viele Lebensstationen

Aufgewachsen in Lotte bei Osnabrück, absolvierte er Offiziersschule und Studium in München. Nach vier Jahren ging es für zwölf Jahre nach Diepholz, dann nach Aurich. Die nächsten beruflichen Stationen hießen Alabama und El Paso – mit Ehefrau und kleinem Sohn zog er für die nächsten Jahre in die amerikanische Wüste. Es folgten das niederrheinische Kleve und anschließend die Nato in Luxemburg. Als die Thimms dann schließlich in Siegburg ans Sesshaftwerden dachten – das Ehepaar wollte seinen Lebensabend gerne in Norddeutschland verbringen – schlug das Schicksal unsanft zu. Hans-Jürgen Thimms Frau verstarb und der Bundeswehr-Angehörige musste sein Leben neu regeln.

Verwandtschaft

Schwester und Schwager in Hagen gaben Halt und Zukunftsideen. „Ich habe die beiden gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, dass ich in die Volmestadt ziehe,“ wollte er sich nicht aufdrängen. Die Verwandten waren sofort bereit, ihm die Stadt, die ihm völliges Neuland war, ausgiebig zu zeigen. Als sich 2013 das Angebot für eine attraktive Wohnung auftat, griff Thimm kurzerhand zu. „Das war genau der richtige Schritt“, bereut der 68-Jährige seinen Entschluss keine Sekunde.

Vor allem von dem vielfältigen Veranstaltungsangebot ist der Rentner überwältigt. „Kein Wochenende, an dem man Langeweile haben müsste.“ Beeindruckt ist er vor allem davon, „wie sich die Stadtteile mit ihrem Vereinsleben einbringen. Ob Feste bei den Heidefreunden, der Muschelsalat in der Innenstadt oder das Programm der Theaterspielstätten…“.

Durch den Wochenkurier wurde er dann kurz nach seinem Zuzug nach Hagen auf das Bandprojekt „Living Room Heroes“ der städtischen Musikschule aufmerksam und ist seitdem auch wieder als Gitarrist aktiv.

Wenn Sohn Rouven und Schwiegertochter Michaela mit seinem kleinen Enkel Niklas aus Frankfurt zu Besuch sind, wird auch regelmäßig die Stadt ein Stückchen weiter erkundet.

Aufgeräumter

Dass es einen Norddeutschen, der lange Jahre, wenn in Deutschland, dann eher im Rheinischen gelebt hat, sich auf die Seite der Westfalen schlägt, bleibt doch erstaunlich. Für Thimm nicht unbedingt: „Die rheinische Art nach dem Motto ‚lass die Arbeit mal für später liegen‘ war nie meins,“ begründet er. „In Hagen hat man nicht nur die Infrastrukur für alles, es ist auch aufgeräumter und sauberer hier als im Rheinland. Hier ist viel weniger dem Verfall preisgegeben – abgesehen natürlich von einigen Ecken, die jede Stadt hat – als so manchem gebürtigen Volmestädter bewusst ist“.

Hans-Jürgen Thimm ist sich sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben: „Ich lebe sehr gerne in Hagen!“