Im Brezelfenster-VW nach Hagen

Hagen. (Red.) Bei vielen Menschen ist es sicher schon eine ganze Weile her, dass sie das letzte Mal einen VW Käfer gesehen haben. Denn die Zeiten, in denen der Käfer noch das Straßenbild prägte, sind längst vorbei. Der Käfer hat sich vom gängigsten Transportmittel der 1950er, 1960er und 1970er Jahre zu einem Liebhaberstück entwickelt.

Baujahr 1946

Heutige Besitzer hegen und pflegen die Fahrzeuge und drehen meinst nur am Sonntag mit ihrem „Schätzchen“ eine Runde. Anders wird es am kommenden Wochenende, 21. bis 23. Oktober: Denn dann hat die Brezelfenster-Vereinigung e.V. ihre Mitglieder zum Herbsttreffen ins Freilichtmuseum Hagen eingeladen. Ein Käfer des Baujahrs 1946 wird auch auf dem Museumsgelände zu bewundern sein.

Am Freitag, 21.Oktober, reisen die alten Schätzchen aus ganz Deutschland an. Der Samstag, 22. Oktober 2011, wird dann der beste Tag für die Käfer-Fans. Über 80 Oldtimer sind angemeldet. Es werden nicht nur die urigen „Brezelfenster“ zu Gast sein, sondern einige haben auch ihre kleinen runden Campinganhänger im Schlepp oder sind mit einem der alten T1-Transporter, den Bullies, dabei. Neben den „Benzingesprächen“ und dem Teilemarkt dreht sich natürlich alles um die alten VW, denn besonders Volkswagen vor dem Baujahr 1957 haben es den Mitgliedern der Brezelfenstervereinigung e.V. angetan. Brezelfenster nennen sie liebevoll diese alten Modelle, denn mit ihren geteilten oder ovalen kleinen Heckscheiben fallen die vierrädrigen Liebhaberstücke auf und sorgen für staunende und bewundernde Blicke.

Am Wochenende werden im Freilichtmuseum nicht nur die urigen „Brezelfenster“ oder „Ovalfenster“ des VW Käfer (Foto) zu Gast sein. Einige Teilnehmer haben auch ihre kleinen runden Campinganhänger im Schlepp oder sind mit einem der alten T1-Transporter, den Bullies, dabei. (Foto: Freilichtmuseum)

Mit Begeisterung

Am Sonntag, 23. Oktober 2011, schließlich touren die Oldtimer vormittags durch die Hagener Region und danach treten die weitangereisten Käfer allmählich ihre Heimreise zu ihrem Winterlager an.

„Es ist immer wieder schön zu sehen, welche positive Ausstrahlung der Käfer hat und wie begeistert die Bürger auf dieses alte Fahrzeug reagieren“, freut sich Bernd Hahn, 1. Vorsitzender der Brezelfenstervereinigung e.V, „wir freuen uns jedenfalls sehr auf das Treffen im Hagen Freilichtmuseum.“

Zur Geschichte: Schon in den 1970er Jahren gab es vereinzelt Interessenten, die in den alten Volkswagen mehr als nur ein Fortbewegungsmittel sahen. Sie begannen sich für den Erhalt der in die Jahre gekommenen Fahrzeuge einzusetzen und Gleichgesinnte zu suchen. Zunächst trafen sich die Interessierten regional und in kleineren Gruppen, aus denen 1975 die Brezelfenstervereinigung (ab 1980 als eingetragener Verein) entstand. In den vergangenen 30 Jahren ist die Vereinigung mit ihren mehr als 800 Mitgliedern im In- und Ausland zu einem der größten VW-Oldtimer-Clubs gewachsen.

Man hilft sich untereinander, um die Fahrzeuge am Laufen zu halten und technische Tipps auszutauschen. Ein eigenes, viermal im Jahr erscheinendes Magazin – „das Brezelfenster“ – mit Wissenswertem und Amüsantem wird nicht nur gern von den Mitgliedern gelesen, sondern auch von Abonnenten, die einst einen alten Volkswagen besessen haben oder planen, wieder ein solches Fahrzeug als Hobby anzuschaffen.

Dass die Fahrzeuge nicht nur in die Garage gehören, beweisen die VW-Liebhaber auf den Frühjahrs- und Herbsttreffen im gesamten Bundesgebiet. Sie gelten als Treffpunkt, bei dem gemeinsame Ausfahrten, Teilemärkte und familiäre Atmosphäre ebenso im Mittelpunkt stehen wie die Präsentation der Fahrzeuge in der Öffentlichkeit.