Im neuen Jahr wird alles besser!

Dortmund/Iserlohn/Schwerte/Hagen/Gevelsberg. (MM) Neben dem Zünden von Silvesterfeuerwerk gibt es einen weiteren „Brauch“ zum Jahreswechsel, an dem sich die Geister scheiden: Die guten Vorsätze. Absoluter Quatsch und zum Scheitern verurteilt sagen die einen, eine tolle Gelegenheit etwas zu ändern die anderen. Doch trotz schlechter Erfahrungen bezüglich der kurzen Halbwertzeit von Vorsätzen – so ganz mögen sich die Deutschen von den großen Plänen zum Jahresende nicht trennen: Auch in diesem Jahr nehmen sich wieder viele vor, im kommenden Jahr gesünder zu leben, abzunehmen oder mit dem Rauchen aufzuhören.

Der echte „Renner“ unter den diesjährigen Vorsätzen ist jedoch laut einer Forsa-Umfrage ein ganz anderer. Wie es scheint werden die Deutschen mittlerweile weniger vom schlechten Gewissen als von echten Bedürfnissen dazu  getrieben, sich für das neue Jahr Änderungen im Lebensstil vorzunehmen: Immerhin 59 Prozent der Befragten wollen in den kommenden Monaten Stress vermeiden oder abbauen. Immerhin 49 Prozent möchten sich in 2011 mehr Zeit für sich selbst nehmen.

Familien besonders gestresst

Vor allem Familien mit Kindern unter 18 Jahren leiden anscheinend besonders unter starker Anspannung, denn von ihnen nehmen sich immerhin zwei Drittel vor, im kommenden Jahr mehr zu entspannen. „Die Anforderungen in Job, Familie und Haushalt parallel zu meistern, ist anscheinend oft mit dauerhaftem Stress verbunden,“ interpretiert Diplom-Psychologe Frank Meiners von der DAK die Umfrageergebnisse.

Ältere halten länger durch

Allgemein fällt auf, dass sich vor allem Jüngere zwischen 18- und 29-Jahren einiges vorgenommen haben: So möchten sie überdurchschnittlich häufig mehr Zeit für Familie und Freunde haben, Sport treiben, sich gesünder ernähren, weniger fernsehen und vor allem sparsamer sein. 53 Prozent von ihnen wollen 2011 weniger Geld ausgeben – im Vergleich zu „nur“ 32 Prozent aller Befragten.

Immerhin hält die Hälfte der Deutschen ihre guten Vorsätze länger als drei Monate durch. Besonders ältere Menschen ab 60 Jahren setzen sie langfristig um (56 Prozent). Auch Frauen scheinen etwas willensstärker zu sein als Männer (52 zu 47 Prozent).

Die Top-Ten der Guten Vorsätze für 2011:

1. Stress vermeiden oder abbauen (59 Prozent)

2. Mehr Zeit für Familie / Freunde (56 Prozent)

3. Mehr bewegen/Sport (52 Prozent)

4. Mehr Zeit für mich selbst (49 Prozent)

5. Gesünder ernähren (44 Prozent)

6. Abnehmen (34 Prozent)

7. Sparsamer sein (32Prozent)

8. Weniger fernsehen (18 Prozent)

9. Weniger Alkohol trinken (14 Prozent)

10. Rauchen aufgeben (12 Prozent)

Was aber ist mit all jenen, die sich zum Jahreswechsel nichts vornehmen wollen? Wir haben – ganz unrepräsentativ – einige Leser befragt.

„Gibt bessere Anlässe!“

„Es gibt viel bessere Anlässe, sich etwas vorzunehmen“, erklärt zum Beispiel Marion B. „So kann man sich, wenn die Nebenkostenabrechnung kommt, vornehmen, zukünftig beim Lüften immer die Heizung auszustellen. Oder aber zum neuen Schuljahr kann man sich vornehmen, regelmäßig Mathe zu lernen.“

Alle guten Vorsätze für ein Jahr auf einen einzigen Termin zu legen findet die 48-jährige viel zu stressig. „Man mutet sich viel zu viel zu – und wenn man dann doch einmal einen ‚Rückfall‘ hat, dann sagt man einfach ‚OK, dann versuche ich es nächstes Jahr nochmal.’“ So einen Stress will sie sich keinesfalls antun. „Ich hatte noch nie einen guten Vorsatz zu Silvester!“

„Die werden doch sowieso nie eingehalten!“

Auch Nicole H. hält nichts von guten Vorsätzen. „Ich habe keine für 2011 – und mache eigentlich nie welche.“ Gerne jedoch schmunzelt die 31-Jährige darüber, wenn sie mithört, wie sich jemand zum wiederholten Male vornimmt, zum Beispiel im nächsten Jahr mit dem Rauchen aufzuhören. „All diese Vorsätze werden doch sowieso nie eingehalten!“

Öfter mal „Nein“ sagen

Auch Rentner Wolfgang M. hält eigentlich nichts von guten Vorsätzen zum Jahresende. Doch unsere Anfrage bringt ihn zum Nachdenken: „Eigentlich könnte ich mir mal vornehmen, öfter mal ‚Nein‘ zu sagen, wenn jemand etwas von mir möchte.“ Das könnte ihm durchaus gut tun, meint der 74-Jährige. „Außerdem habe ich mir für 2011 vorgenommen, früher ins Bett zu gehen und früher aufzustehen“, schmunzelt der wochenkurier-Leser. „So könnte ich sogar Strom sparen.“