Im Rausch der Geschwindigkeit

Kfz-Technikmeister Rainer Buß hat in seiner Werkstatt in der Eilper Straße 79 c eine aufwändige, vierspurige und 37 Meter lange Slot-Rennbahn erstellt. Regelmäßig lässt die Interessengemeinschaft Slotracing Hagen auf diesem Parcours ihre flotten Flitzer rasen. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Ein halbes Jahr lang hat der 42-jährige Kfz-Technikermeister Rainer Buß an der Rennstrecke gebaut. Er hat die Räume neben seiner Werkstatt in der Eilper Straße vermessen und die Bahn lange geplant, vier Spuren mit einer Gesamtlänge von 37 Metern. Mit langen Geraden, weiten und engen Kurven. Gemeinsam mit Dirk Knop hat er gesägt, gefräst und gepinselt. Es ist eine sehr schöne und schnelle Bahn geworden. Acht, höchstens neun Sekunden brauchen die kleinen Autos für eine Runde.

Die Fans dieser kleinen Flitzer mit dem Kiel unter der Bodenplatte sind zwischen 16 und 60, meist männlichen Geschlechts und haben zweimal die Woche nur eins im Sinn: Ihre heißen Rennwagen über die 37 Meter lange Bahn bei Rainer Buß flitzen zu lassen…

IG Slotracing Hagen

An diesem vierspurigen Rennparcours mit einer Fläche von über 40 Quadratmetern toben sich momentan 15 Männer der Interessengemeinschaft (IG) „Slotracing Hagen“ regelmäßig aus. Slotrace heißt dies deshalb, weil die Wagen in Schlitzen (englisch: Slots) geführt werden. Der Kiel steckt in einer Rinne auf der Bahn. So werden die kleinen Flitzer in der Spur gehalten und bekommen über Silberlitzen ihren Strom.

Diese super tolle Rennstrecke – eingebettet in eine selbst modellierte Landschaft mit Tribüne, Boxengasse, Häusern, Bierzelt, Karussells, jede Menge Fahrzeugen und den passenden Accessoires im Maßstab 1:24 – finden Fans in der Eilper Straße 79c. Hier führt der 42-jährige Rainer Buß seit März 2007 nicht nur seine Kfz-Werkstatt, hier hat er auch zusammen mit dem gleichaltrigen „Slotter“ Dirk Knop diese aufwändige Anlage erstellt.

Carrera-Klassiker

Angefangen hat alles 2005, als Rainer Buß sich eine Carrera-Grundpackung und einiges Schienenmaterial kaufte. Es entstand zunächst eine 15 Meter lange Bahn in den Werkstatthallen. Als Dirk Knop dann einige Male an den Geschwindigkeitsreglern der Flitzer gestanden hatte, war klar, dass auch er nicht mehr vom Slotracing lassen konnte. Seine Traumwelt stand bald in der Garage und auch Rainer Buß‘ Anlage vergrößerte sich ständig.

15 Männer der IG Slotracing Hagen stehen zweimal pro Woche so wie Rainer Buß hier an den Geschwindigkeitsreglern ihrer Slotcars und lassen die kleinen Flitzer über den vierspurigen Parcours sausen.(Foto: Anna Linne)

Im März 2007 hatten die beiden „Infizierten“ dann endlich die passenden Räume gefunden: Rund fünf Monate dauerte es, bis die Anlage im heutigen Ausmaß fertig war. Immer häufiger verirrten sich fortan auch andere Männer in die Slotracing-Halle und bald darauf entstand eine feste Gruppe von 15 Fans. Jeden Dienstag und Freitag zwischen 17 und 22 Uhr treffen sie sich mittlerweile in der Eilper Straße (nahe Stadtmuseum) und frönen hier ihrem Hobby, manchmal bis weit nach Mitternacht. Mit individuell gestalteten Fahrzeugen und eigenem Regler fürs Rennen wird dann um Tausendstel Sekunden gefeilscht. Denn an zwei Monitoren können die „Slotter“ ihre gefahrenen Zeiten ablesen.

Ungefähr zwanzig Rennen veranstaltet die Hagener Interessengemeinschaft im Jahr, jedes einzelne kann schon mal sechs Stunden dauern. Am 6. November wird es wieder so ein sechsstündiges Langstreckenrennen mit einem Ferrari F430 (aus der Ferrari F430 Challenge“-Rennserie) geben. Vier Teams, zwei aus Hagen, eins aus Kierspe und eins aus Düsseldorf, werden dabei gegeneinander antreten. Man darf gespannt sein.

Heiße Flitzer

Die Bahn mit den Schlitzen ist ein Carrera-Klassiker, die wohl jeder Junge und auch manches Mädchen aus seinen Kindertagen kennt, die Fahrzeuge der „richtigen“ Slotter sind allerdings heiße, getunte, individuell zusammengestellte Geräte, bei deren Zusammenbau jeder Slotter nach eigenem „Rezept“ und eigenem Geschmack verfährt. Chassis, Fahrzeugrahmen und Karosserie sind frei wählbar und können individuell zusammengebaut, lackiert und bearbeitet werden. So werden sie unverkennbar und der Stolz jedes Slotters.

Der Motor liegt vor der Hinterachse, also müssen an der Vorderachse zusätzliche Gewichte auf die Bodenplatte geschraubt werden, damit der Wagen gut in der Bahn liegt. Auf das Fahrgestell und die Trimmung kommt es nämlich am Ende an. Ist ein Auto nicht schnell genug, wird nachgetrimmt. So bleiben die Rennen spannend und das Kribbeln bleibt“, gesteht Rainer Buß, der sich kein schöneres Hobby vorstellen kann.

Wer Interesse hat, bei der IG Slotracing Hagen mitzumachen, kann dienstags und freitags um 17 Uhr zu den Treffen kommen oder sich im Internet auf www.slotracing-hagen.de oder bei RB-Autoservice, Telefon 0 23 31 / 6 95 30 39, informieren.