Im Wettbewerb mit Smolensk

Junge Erwachsene sind aufgerufen, bei einem Wettbewerb des Freundeskreises Smolensk mitzumachen und künstlerisch tätig zu werden. (Foto: Bernd Müller)

Hagen. (AnS) „Egal, was ein Mensch macht, wenn er in der Lage ist, menschliche Gefühle darzustellen und diese auf den Betrachter wirken zu lassen, dann ist das für mich Kunst.“ Hans-Werner Engel, 1. Vorsitzender des Freundeskreises Smolensk, hat da seine ganz eigene Definition. Dazu passt der Wettbewerb mit dem Titel „Junge Kunst Hagen – Smolensk“, mit dem der Verein jungen Menschen Mut machen möchte, künstlerisch tätig zu werden.

Angesprochen sind Künstler und Künstlerinnen zwischen 18 und 25 Jahren, die Stift oder Pinsel schwingen, den Hammer benutzen oder durch die Linse die Welt betrachten, sprich: sich mit Malerei, Grafik, Zeichnung, Bildhauerei, Collage oder Fotografie beschäftigen. Das Besondere: Der Wettstreit findet zeitgleich in der Volmestadt und in Smolensk statt. Jeweils zwei deutsche und zwei russische Sieger werden ausgewählt, die dann eine Reise in die jeweilige Partnerstadt mit einem ausgefeilten Ausflugsprogramm erwartet.

Fleißige Russen

In Hagen und Umgebung muss Hans-Werner Engel noch kräftig die Werbetrommel rühren. Nur drei Bewerbungen sind bislang eingetroffen. „Die Smolensker“, schmunzelt Engel, „waren wesentlich fleißiger.“ Bereits 50 Exponate liegen dort vor. Woran der fehlende Eifer der Hagener liegt, glaubt er auch zu wissen. „Uns fehlt schlichtweg eine Kunsthochschule.“ In Russland, weiß der bekennende Smolenskfan, könne man Kunst studieren, was einen höheren Grad an Professionalität ausmache. An der Volme seien doch mehr Hobbykünstler unterwegs. Deshalb lautet sein Aufruf an die jungen Bürger: „Wagt etwas und findet einen Weg, Euch künstlerisch auszudrücken.“

Der erste Wettbewerb dieser Art ist ganz bewusst auf die junge Generation ausgerichtet. „In dieser Altersgruppe fehlen diese Aktionen.“ Drei bis fünf Arbeiten müssen die deutschen Bewerber bis Montag, 31. Oktober 2011, beim Freundeskreis einreichen. „Wir wünschen keine Originale, sondern aussagekräftige Fotos im Format 13×18.“ Mitte November bewertet eine Jury, in der unter anderem die Maler Uwe Will und Bernhard Paura sowie Bürgermeister Hans-Dieter Fischer sitzen, die Werke.

Ausstellung im Rathaus

Ob Grafik, Malerei oder Bildhauerei: Der Freundeskreis freut sich über jede kunstvolle Bewerbung. (Foto: Bernd Müller)

Zehn der Kunstwerk-Fotografien werden dann als Ausstellung vom 20. Januar bis 20. Februar im Rathaus an der Volme zu sehen sein. Das Publikum darf ebenso bewerten und kürt zwei Gewinner. Wobei Hans-Werner Engel das Wörtchen Sieger gar nicht mag. „Wir sollten zwei Menschen auswählen, die etwas Tolles vorgelegt haben.“ Das Programm, das die jungen Erwachsenen hüben wie drüben dann erwartet, kann sich sehen lassen und „wird prägend sein.“ Besuche an den Kunstfakultäten der Universitäten sind ebenso geplant wie Arbeiten in Ateliers mit bekannten Künstlern sowie spannende Ausflüge, sogenannte Feldarbeit, und Konzerte.

„Russische Künstler fühlen sich verantwortlich, mit jungen Menschen zu arbeiten“, freut sich Hans-Werner Engel auf die Begegnungen. Natürlich werden auch die Smolensker Preisträger zu einem Gegenbesuch starten.

Kunst liegt im Auge des Betrachters, das weiß Hans-Werner Engel, und macht es der Jury besonders einfach. Jedes Mitglied bekommt Punkte in die Hand gedrückt, mit denen bewertet werden kann. Eine Begründung der Entscheidung will Engel gar nicht hören, denn: „Kunst muss sich dem Menschen erschließen und das muss jeder für sich selbst herausfinden.“

Für den 1. Vorsitzenden kann das ein Musikstück, ein schöner, im Bild festgehaltener Tag oder ein Schauspieler sein, der eine ergreifende Szene spielt. Hauptsache, Kunst begeistert. Deshalb hofft er, dass noch einige Hagener ihre künstlerische Ader entdecken, ihrer Phantasie freien Lauf lassen und am Wettbewerb teilnehmen.

Das Bewerbungsformular für „Junge Kunst – Hagen-Smolensk“ ist erhältlich beim Freundeskreis Smolensk, Telefon 53122, oder beim Fachbereich des Oberbürgermeisters der Stadt Hagen, Telefon 0 23 31 / 2 07-25 97, oder im Internet unter www.freundeskreis-hagen-smolensk.de.

Die Originale der Preisträger sind übrigens im kommenden Jahr noch einmal in einer gesonderten Ausstellung zu sehen.