In Haspe kehrt jetzt wieder Normalität ein

Haspe. (ME) Knapp drei Wochen lang wurde Haspe vom Ulk- und Kirmesfieber dominiert. Jetzt kehrt langsam, aber sicher wieder Normalität ein. Die Kirmesleute haben ihre Fahrgeschäfte abgebaut, die neuen Wachholderritter durften ihren Ritterschlag verinnerlichen und die Iämpeströter ihre blauen Kittel wieder im Schrank verstauen.
Am Samstag war der Höhepunkt. Über 20.000 Menschen säumten den Straßenrand, um einen der längsten Hasper Kirmeszüge seiner rund 140-jährigen Geschichte zu bewundern. Zu bestaunen gab es über 90 Zugnummen.
Darunter waren wieder – wie immer – überaus gelungene Ulkwagen, Hagener Karnevalisten (diesmal samt Prinzenpaar) sowie zahlreiche Fußgruppen mit Akteuren, die großenteils mit viel Leidenschaft am Werk waren. Einen kleinen Eindruck davon gewinnt man, wenn man sich die Bilderstrecke unserer Volontärin Lara Zeitel anschaut.

Erbsensuppe

Vor dem Zug gaben sich zahlreiche Honoratioren und Vereinsvertreter ein Stelldichein im „Boni“ an der Berliner Straße – beim legendären Erbsensuppenessen. Wie üblich standen auch diesmal wieder zahlreiche Ehrungen auf der Tagesordnung, im Mittelpunkt: die Bolzenverleihung.
Sie stand unter dem Motto „Wat däm Hoasper sien Iäsel, es dä Sparkasse iähre Surge!“ Der Hintergrund ist schnell erzählt: Der Ulk-Dachverband HHBV versucht seit geraumer Zeit in Haspe bunte Kunststoffesel aufzustellen – schließlich ist der Vierbeiner das wichtigste Symboltier des an der Ennepe beheimateten Brauchtums.
Für die Aufstellung benötigt man jedoch Sponsoren – und die Stadtsparkasse schien ein geeigneter Spender zu sein. Pustekuchen! Die Sparkasse verwies darauf, dass sie mit dem „Glücksschwein“ zufrieden sei und keinen Esel benötige. Diese Abfuhr bestrafte der HHBV nun mit dem Bolzen.
Die Verleihung geriet zum unumstrittenen Höhepunkt des Erbsensuppenessens. Denn Werner Hahn und Siegfried Gras als „Laudatoren“ einerseits und Thomas Zielinski (Abteilungsleiter/ Vorstandssekretariat Sparkasse Hagen) andereseits lieferten sich ein überaus amüsantes Wortduell um die Frage, wie Schwein und Esel zu bewerten seien. Allein für diese kabarettistische Einlage hatte sich das Kommen am Samstagmorgen schon gelohnt.

Kette an Ulli Schnell

Die Heimatkette wurde in diesem Jahr an den vielfältigst aktiven Ulli Schnell vergeben. Schnell ist seit x Jahren Pressewart im Traditionsverein Friesen Haspe. Seit 1948 Mitglied dort, betreut er obendrein das Friesen-Archiv im Haus der Dieter-Klöckner-Stiftung. Auch bei der Bürgerradio-Gruppe „Haspe und Sport“, in der IG Hasper Sportvereine, im AK 90, bei Lesezeichen, im „Plattdeutsch-Kreis“ und bei der Rettung von Denkmälern wirkt er mit. Obendrein war das diesjährige Kirmesmotto von ihm. Keine Frage, die Würdigung mit der Heimatkette ist absolut verdient.

Wachholderritter und Abschied

Die 2016er Wachholderritter sind der neue Iämpeströter Jörg Bäcker, Ex-Blumenmädchen Karina Knappertsbusch sowie Feuerwehrmann und Preisrichter Gerald Pfeifer.
Außerdem standen Kirmeszug und Ulk im Zeichen des Wechsels: Kirmesbauer Udo Röhrig hat nach 16 Jahren seine „langen Latschen“ an den Nagel gehängt und die „Bommelschuhe“ an Michael Kröner weitergereicht.