Indra Janorschke schreibt englische Mords-Story

Indra Janorschke alias Felicity Whitmore
In ihrem zweiten Roman „Das Herrenhaus im Moor“ fesselt Indra Janorschke alias Felicity Whitmore gekonnt die Leserschaft mit einer vielschichtigen Mord-Geschichte. Sie spielt in einem beklemmenden Irrenhaus vor englischer Landschaft. (Foto: Claudia Eckhoff)

Hagen. Im Herrenhaus im Moor irgendwo in England, das als Irrenanstalt genutzt wurde, hat sich eine grausame Geschichte abgespielt, ein Drama, das einem die Nackenhaare hochstehen lässt.

Eine mordende Irre?

War es wirklich ein Autounfall, der das Leben ihres Mannes beendete? Laura glaubt das nicht, erst recht nicht mehr, seit sie einen geheimnisvollen, ano­nymen Warnbrief im Kleiderschrank entdeckt hat. Was soll sie halten von den namenlosen Worten „Flieh! Sie wollen dich umbringen“?

Sie beginnt zu forschen und kommt bald zu dem Verdacht, dass der Grund für den Tod ihres Mannes schon rund einhundert Jahre zurückliegen könnte. Was hat das zu tun mit der Irrenanstalt im Exmoor? Im 19. Jahrhundert wurden oft Frauen für verrückt erklärt und in entsprechende Anstalten eingewiesen, um sich bequem von ihnen scheiden zu lassen. Laura findet heraus, dass eine Vorfahrin ihres Mannes, eine reiche Erbin, als Patientin im „Herrenhaus im Moor“ lebte. Hat diese Frau wirklich im Wahn mehrere Morde begangen? Sie wurde jedenfalls für schuldig befunden und gehängt. Jetzt ist es an Laura, ihre Unschuld beweisen.

Gründlich recherchiert

Autorin Indra Janorschke weiß, welche Zutaten es braucht und wie man sie geschickt einsetzt, um die Leser zu fesseln und ihnen den Atem zu rauben. „Ich habe die Handlung regelrecht am Reißbrett entwickelt“, erzählt die Hagenerin in dem von ihr und Dario Wehberg geführten „Theater an der Volme“. Die meisten ihrer am Volme-Ufer gezeigten Krimis und Komödien schreiben die beiden selbst. Das Roman-Schreiben aber hat Indra Janorschke eigens in einem zweijährigen Fernlehrgang studiert. „Im Schreiben steckt mitunter viel regelrechtes Handwerk und jede Menge Disziplin“, sagt sie. „Ich habe die historischen Hintergründe gründlich recherchiert. Ein Erzählstrang zeigt die Gegenwart. Auf anderen Ebenen erlebt der Leser parallel, was in der Vergangenheit geschehen ist.“

Lese-Abende

Vorgestellt wird Indra Janorschkes zweiter Roman nach dem Erstling „Der Klang der verborgenen Räume“, der ihr vor vier Jahren nach einer schon mit 14 Jahren gehegten Kernidee nur so aus der Feder floss, am Freitag, 30. November, um 19.30 Uhr im Theater an der Volme. Hierfür sind schon längst keine Karten mehr zu bekommen. Anmelden kann man sich aber jeweils vor Ort für die Lesungen am Dienstag, 4. Dezember, in der Buchhandlung am Rathaus, am Mittwoch, 5. Dezember, in der Buchhandlung Kersting und am Donnerstag, 6. Dezember, in der Buchhandlung Appelt in Gevelsberg.

„Schreib, was du liebst“

„Das Herrenhaus im Moor“ kommt im dtv-Verlag als Taschenbuch in einer großen Auflage heraus“, freut sich Indra Janorschke, die schon Schriftstellerin werden wollte, sobald sie das Alphabet erobert hatte. Ihre erste Lektüre aus den Regalen für Erwachsene waren Agatha Christis Krimis.

Mit England verbindet die Schauspielerin und Autorin seit Jahrzehnten eine tiefe Verbundenheit. „Schreib, was du liebst“: Diesen Grundsatz beherzigt sie nur zu gern und lässt ihre Romane in England spielen. Solche Bücher verkaufen sich besser unter einem englischen Autorennamen, hat man ihr geraten. „Als Kind wollte ich so gern Felicitas heißen und eine Familie Whitmore lebte auf einem meiner britischen Lieblingsschlösser“, lacht die Hagenerin. „Was war da also naheliegender, als mich Felicity Whitmore zu nennen?“