Hagen. (ME) Sie ist wieder vorbei, die „5. Hasper Jahreszeit“. Ihren Höhepunkt hatte sie am Samstag, als mit über 90 Wagen- und Fußgruppen-Nummern einer der längsten Züge der Ulk-Historie durch Haspe tourte.

Pünktlich um 14.30 Uhr wurde er von den Böllerschüssen des örtlichen Artillerievereins in Marsch gesetzt. Es war diesmal ein sehr bunter Zug, dessen Motive vor allem der Märchen-, Kinder- oder Phantasiewelt entnommen waren.

Da sah man zum Beispiel die überaus gelungene Bullyparade der Hackebämmels Enkel und die herrliche Biene Maya (Club 99) ebenso wie Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer, aufwendig gestaltet von den Twitting-Blagen.

Viele Fotos gibt es in unserer Bilderstrecke:

Fotos vom Hasper Kirmeszug 2018

Der KCH 77 stellte Haspe in den Mittelpunkt des Universums, die Heubinger feierten ihren 15. Geburtstag, der Olympia-Club sein 70-jähriges Bestehen, die Friesen glänzten mit Hollywood und Haspes Grün-Weiße mit Tinkerbell. Schön anzusehen waren ebenfalls die Boeler Loßröcke mit der Raupe Nimmersatt und die Vorhaller Grün-Weißen mit ihren Bienen.

Höchst erfreulich war, dass auch der Nachwuchs außerordentlich gut vertreten war, so tourten nicht nur mehrere Kindersportgruppen mit, sondern ebenfalls Jugendliche der evangelischen Kirche.

Der Bereich „Heimat, Politik und Ulk“ zeigte sich 2018 von seiner besten Seite. Grün-Weiß-Präsident Rainer Bartelheim führte beispielsweise mit seiner Truppe drei große „PET-Flaschen“ durch Haspe, wobei die drei Großbuchstaben in diesem Fall für Putin, Erdogan und Trump standen. Die Hackebämmels träumten von einem Strand an der Ennepe in Westerbauer und Grün-Weiß Vorhalle machte sich Gedanken über Lachse in der Hasper Talsperre.

Doch einer Gruppe war es vorbehalten, die größte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – den „Paginnen der Iämpeströter.“ Zu ihrem zehnjährigen Bestehen gönnten sie sich einen „Mary-Poppins-Auftritt“ vom Allerfeinsten. Mit ihren hervorragend durchgestylten Schwarz-Weiß-Kostümen und einer gelungenen Choreographie gehörten sie zu den erstklassigen Blickfängen des diesjähriges „Lindwurms“.

Zum guten Gelingen des Kirmessamstags trugen auch das passende Wetter (die Wolkenschieber hatten einen hervorragenden Job gemacht) und die Kirmes rund um dem Kreisel bei, die in diesem Jahr mit deutlich attraktiveren Fahrgeschäften als 2017 aufwarten konnte.

Erbsensuppenessen

Dem Kirmeszug geht stets das große Honoratiorentreffen voraus, das sogenannte Erbsensuppenessen. Hier stehen immer besondere Ehrungen im Mittelpunkt. So kürten Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser und HHBV-Präsident Hans-Jörg Bäcker die neuen Wachholderritter: „Gelöffelt“ wurden HHBV-Vizepräsident Michael Wolf sowie die beiden Kirmes-Aktivisten Ralf Ritz und Andreas Pilarczyk.

Die Heimatkette ging an Peter Manka, den verdienstvollen früheren HHBV-Hauptkassierer. Außerdem wurden Verdienstmedaillen vergeben, schmissige Schlager gesungen und Grüße aus den Nachbarstädten Voerde, Gevelsberg und Schwelm verkündet.

(v.l.) Andreas Pilarczyk, Michael Wolf und Ralf Ritz wurden von HHBV-Präsident Hans-Jörg Bäcker und Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser in die erlauchte Runde der „Wachholder-Ritter“ aufgenommen. (Foto: Michael Eckhoff)

Bolzen an Kröner

Selbstverständlich durfte einer der Höhepunkte des alljährlichen Erbsensuppenessens nicht fehlen – die Verleihung des Bolzens. Der Hasper Bolzen ist eine Art „Strafauszeichnung“. Ein heißer Kandidat war in diesem Jahr Oberbürgermeister Erik Schulz. Zunächst fehlte er beim Kommers vor vierzehn Tagen und dann sagte er auch noch seine Teilnahme am Kirmessamstag ab – wegen einer „Lustreise“ in die Alpen. Doch überflügelt wurde er vom früheren Iämpeströter und heutigen Wachholderhäuschen-Wirt Harald Kröner.

Noch vor wenigen Monaten betrieb er das „Boni“, doch das hat er mittlerweile aufgegeben und damit den Hasper Vereinen eine ihrer besten Feier-Örtlichkeiten „vorenthalten“. Kröner nahm nicht nur die Ehrung mit großer Freude entgegen („bin wichtiger als der OB“), er ließ auch die humorige und nicht immer ganz jugendfreie „Laudatio“ von Friedel Hirsenkötter (Robin Hiermer) amüsiert über sich ergehen.