Jetzt kommt die Sommerzeit!

Hagen. (tau/anna) Jedes Jahr wird bei der Zeitumstellung an der Uhr gedreht und jedes Jahr stellt man sich leicht verwirrt die immer gleich Frage: Vor oder zurück? So auch am Sonntag, 27. März, wenn die Uhren eine Stunde vorgestellt werden. Unsere Zeit bekommt wieder einen „Dämpfer“. Eine Stunde wird uns an diesem Sonntagmorgen, 27. März, um 2 Uhr „geklaut“ – denn dann bricht erneut die Mitteleuropäische Sommerzeit an, und das bedeutet: Die Uhren um 60 Minuten auf 3 Uhr vorstellen!

Was die einen verschlafen und im Laufe des Sonntags mal eben erledigen, um dann keinen Gedanken mehr daran zu verlieren, beschäftigt Forscher mittlerweile seit Jahrzehnten und ruft immer noch Grundsatzprotestler auf den Plan. Menschen schlafen schlechter, desorientierte Kinder sprengen den Familienrhythmus, Kühe geben weniger Milch – so die Vorwürfe. Die „innere Uhr“, deren „Taktgeber“ der Sonnenaufgang ist, gerät durcheinander, erklären Mediziner die Gründe für eine Gesundheitsgefährdung durch den Zeigerdreh, der doch bereits eine lange, weltweite Geschichte hat.

Bereits im 18. Jahrhundert kam der amerikanische Politiker und Erfinder Benjamin Franklin auf die Idee, mit der Uhrenumstellung Kerzen zu sparen. Die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit wurde in den überwiegenden Ländern Europas 1977 eingeführt, Deutschland zog im Jahr 1980 nach. Auslöser für die Zeitumstellung war unter anderem die Ölkrise von 1973. Mit der Regelung sollte das Tageslicht besser genutzt werden, um Energie zu sparen. Ergebnis: Der Energieverbrauch stieg jedoch mit der Zeitumstellung um ein bis vier Prozent an.

Die Forscher führen dies auf einen erhöhten Heizbedarf in den dunklen noch kühleren Morgenstunden und die stärkere Benutzung von Klimaanlagen an den längeren Nachmittagen und warmen Sommerabenden zurück.
Eine weitere Untersuchung besagt, die eine Stunde mehr Tageslicht am Abend sporne die Menschen zu mehr Freizeitaktivität an, und das bedeutet für viele natürlich, mit dem Auto durch die Gegend zu fahren. Von wegen Energie sparen, und von Umweltfreundlichkeit erst recht keine Spur.

Bei all dem Pro oder Kontra bleibt letztlich nur ein Fazit: Viel „drehen“ können wir am Zeigerdreh nicht, denn „unsere“ Sommerzeitregelung ist EU-Richtlinie, und die kann nicht mal eben einfach so außer Kraft gesetzt werden. Macht sowieso nichts. Die Deutschen stehen eher gelassen zum Zeigerdreh: Sie sehen derzeit offensichtlich wichtigere Probleme in ihrem Land.