Jobpaten helfen und unterstützen

Hagen. (ric/Red.) Slavica Wieners sucht einen Arbeitsplatz. Der Rollstuhlfahrerin aus Hagen erging es genauso wie vielen anderen Menschen auch – auf die vielen Bewerbungen folgten ausschließlich Absagen. Dann las sie eine Anzeige des Diakonischen Werks und schöpfte Hoffnung: Könnte das kostenfreie Projekt „Arbeit durch Management (kurz AdM)/Patenmodell“ ein Ausweg sein?

Sie sind überzeugt von der „Job-Initiative“ (v.l.): Martin Huld, Koordinator des Hagener Büros; Roland Wegner, Jobpate; André und Slavica Wieners, die einen Arbeitsplatz sucht; Bürgermeisterin Brigitte Kramps, Schirmherrin des Projekts, sowie Jobpate Werner Biallas. (Foto: ric)

Ehrenamtliche helfen

Vor genau drei Jahren ging die Initiative „AdM/Patenmodell“ des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg in Hagen an den Start. Arbeitssuchende sollten ihre Jobchancen erheblich verbessern, indem sie von ehrenamtlichen Jobpaten im Bewerbungsprozess professionelle und individuelle Unterstützung erhalten. Bei den Jobpaten handelt es sich um qualifizierte Ehrenamtliche, die großenteils selbst Führungserfahrung haben und ihr Wissen weitergeben wollen.

Martin Huld und Werner Biallas, die in Hagen das Projekt koordinieren, können eine ausgesprochen erfreuliche Zwischenbilanz ziehen: Die 13 Jobpaten erzielten eine Vermittlungsquote von 65 Prozent. Insgesamt wurden 62 Arbeitssuchende betreut, 35 von ihnen konnten in ein Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Sie erhielten eine neue Stelle bzw. einen Ausbildungsplatz, vier Personen wagten den Schritt in die Selbstständigkeit.

Beratungen ganz individuell

Dabei war die Dauer der jeweiligen Partnerschaften ganz unterschiedlich. Für eine junge Diplomkauffrau war bereits nach acht Wochen die Jobsuche erfolgreich, in anderen Fällen hat es auch mal 18 Monate gedauert, bis eine neue Stelle gefunden wurde. Die Zahlen zeigen jedoch deutlich, dass die Patenschaften intensive Beziehungen, kein Massengeschäft, darstellen. „Die Gespräche finden auf Augenhöhe statt und es handelt sich um Hilfe zur Selbsthilfe“, betont Michael Starke, ein Jobpate der ersten Stunde.

Bei derart viel Einsatz konnten Anerkennung und Aufmerksamkeit nicht lange ausbleiben: „Ehrenamtliches Engagement in Hagen ist wichtig und muss unterstützt werden“, erklärt auch Hagens Bürgermeisterin Brigitte Kramps; sie übernahm im März 2010 die Schirmherrschaft. Und im November 2010 wurde die Initiative mit dem Bürgerpreis 2010 der Stadtsparkasse ausgezeichnet. „Das motiviert natürlich noch einmal zusätzlich“, sind sich alle Beteiligten einig. Und: Im Moment gibt es keine Wartelisten für das kostenlose Angebot. Arbeitsuchende können also sofort Hilfe und Unterstützung durch einen der engagierten und qualifizierten Jobpaten erhalten.

„Es kann nur helfen!“

Hierfür zeigt sich auch Slavica Wieners dankbar: „Mein Jobpate Roland Wegner steht mir stets mit Rat und Tat zur Seite. Mir hat das schon sehr geholfen.“ Die gelernte Bürokraft empfiehlt es jedem Arbeitsuchenden, sich an die Jobpaten zu wenden. „Es hat nur Vorteile“, ist die Hagenerin überzeugt. Dem kann Brigitte Kramps nur zustimmen: „Natürlich ist der Schritt, sich zu melden, für viele Personen erst einmal schwierig – wer spricht schon gerne über Probleme? Aber das Projekt überzeugt und hilft allen Beteiligten enorm!“

Das Angebot der Initiative steht allen Arbeitslosen, unabhängig von Alter und Qualifikation, offen.

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Martin Huld: