Jüdisches Leben in Westfalen: Ein Geschichts-Projekt zum Mitmachen

Hohenlimburg. Seit rund anderthalb Jahren läuft das Projekt JuWeL (Juden in Westfalen und Lippe). Hier sollen alle Personenstandsfälle, also Geburten, Heiraten und Eheschließungen beispielsweise, von Juden und der nicht zu den Amtskirchen gehörenden Personen, sogenannter Dissidenten, in Westfalen und Lippe im 19. Jahrhundert erfasst werden.

Die Mitarbeit im Projekt ist nach der Anmeldung sehr einfach möglich und sehr gerne gesehen. Besondere Lücken sind noch im alten Kreis Iserlohn mit Hohenlimburg, in Arnsberg, Dortmund, Hattingen, Lippstadt (Geseke und Rüthen) und Wittgenstein zu beklagen. Hier ist die ehrenamtliche Unterstützung besonders willkommen.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Projektes.

Grundlage des Projektes sind die im Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe, aufbewahrten Juden- und Dissidentenregister, die ungefähr den Zeitraum von 1815 bis 1874 abdecken. Alle bisher erfassten mehr als 50.000 Personennennungen sind bereits über die Suchfunktion auf der Projektseite online recherchierbar. Die Erfassung der Juden- und Dissidentenregister aus dem Regierungsbezirk Münster wurde bereits iabgeschlossen, zurzeit sind die Register aus dem Regierungsbezirk Arnsberg in Bearbeitung.

Unter den erfassten Personen finden sich auch bekannte Persönlichkeiten, z.B. Philipp Rosenthal, der 1855 als Sohn des Porzellanhändlers Abraham Rosenthal in Werl geboren wurde und in Selb (Bayern) die später weltweit bekannte Porzellan-Manufaktur gründete. Durch die Erfassung sind nun die Familienmitglieder sehr einfach zu recherchieren.