Jugendarbeit statt Urlaub

Hagen. (AnS) Die zu Hause sorgsam gepackten Koffer sind ausgepackt. Jetzt kann der Urlaub beginnen. Urlaub? Wirklich Ferien haben die sechs Jugendlichen nicht, die Anfang August mit den Hagener Falken nach Polen gereist sind. Gemeinsam mit jungen Menschen im Alter von 15 bis 22 Jahren aus der Türkei und Polen engagieren sie sich in einem ­Community-Projekt in der Stadt Mragowo.
„Wir setzen damit eine dreijährige Partnerschaft fort: In den vergangenen Sommerferien waren bereits die Jugendlichen aus Polen und der Türkei bei uns zu Gast“, erzählt Jugendgruppenleiter Martin Bartczak.
„Gemeinsam haben wir das Jugendzentrum in Vorhalle renoviert. In einer Zeit, in der einige die europäische Idee in Frage stellen, senden die Jugendlichen aus den drei Ländern damit ein gemeinsames Signal der europäischen Jugendzusammenarbeit“, freut er sich.
In Workshops beschäftigen sie sich unter anderem mit der Geschichte der Masuren, dem Land der tausend Seen und der tausend Grenzen und dem Verhältnis von Mensch, Kultur und Natur. „Hier hat die Gruppe bei einer Führung unter anderem erfahren, dass das Gebiet lange Zeit von Deutschen besiedelt war.“ Geschichtsunterricht live und vor Ort.

Mit Schüppe und Harke

Der praktische Teil folgte in den vergangenen Tagen mit Schüppe und Harke: Denn die Jugendlichen erneuern in Mragowo Gartenanlagen, helfen bei der Instandsetzung eines inmitten der Anlagen gelegenen verlassenen jüdischen und evangelischen Friedhofs und pflanzen Bäume.
Nachhaltig ist das Projekt allemal: Die bearbeitete Fläche wird nach Beendigung der Bevölkerung als erweiterte Parkanlage zur Verfügung gestellt.
Auch die örtliche Zeitung hat über das Projekt bereits berichtet.

Freizeitprogramm mit Schwimmen

Und ein bisschen Urlaub gibt es für die Hagener Jugendlichen, die nahe der litauischen Grenze in einem Schullandheim untergebracht sind, dann doch noch. Nach der Arbeit folgt das Freizeitprogramm: Ausflüge in die nähere Umgebung zum Beispiel nach Danzig, Lagerfeuer, Disco, Kajakfahren auf der Krutynia, Segeln sowie Schwimmen sind angedacht.

Natur, Kultur und Mensch

Die internationale Jugendbegegnung in Polen dauert zwei Wochen und trägt den Titel „Natur – Kultur – Mensch“. Das Projekt ist Teil des europäischen Workcamp-Programms „ewoca³“, das vom Land Nord­rhein-Westfalen und der Stiftung Mercator gefördert wird.
Nach Polen ist vor der Türkei: „Im Sommer 2017 fahren wir dann zusammen mit der polnischen Gruppe zu unserem Projektpartner in die Türkei, um auch dort gemeinsam etwas zu verwirklichen“, erklärt Martin Bartczak.