Kaltwalz- ins Freilichtmuseum

Hagen. (saz) Schwere Zeiten für Schloss Hohenlimburg: Zuerst hatte sich die Schloss gGmbH im März von der langjährigen Geschäftsführerin Julia Dettmann getrennt, zum 1. Juli beendete Marco Nowak auf eigenen Wunsch hin sein Geschäftsverhältnis beim Schloss. Aufgrund von Sanierungsarbeiten im Innenbereich des Schlossmuseums können seit Monaten nur die Außenanlagen und das Kaltwalzmuseum besucht werden. Doch auch der Förderkreis Deutsches Kaltwalzmuseum hat jetzt die Beendigung seiner Mitgliedschaft in der Schloss Hohenlimburg gGmbH zum Jahresende mitgeteilt – und den Fürsten damit sehr überrascht.

Schockiert

Mittwoch wollte Fürst Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg in den Urlaub fliegen, am Dienstag hatte er plötzlich die Kündigung des Förderkreises Deutsches Kaltwalzmuseum in der Post. „Die Vögel haben es in Hohenlimburg ja schon lange von den Dächern gezwitschert, aber das ist trotzdem eine Bombe“, erklärte er am vergangenen Mittwoch in einem spontanen Pressegespräch: „Ich bin schockiert.“

Als Grund für den Ausstieg gibt der Förderkreis an, „dass die Geschäftsgrundlage für sämtliche Verträge […] der Betrieb eines Schlossmuseums im Schloss Hohenlimburg ist und dass, nachdem feststeht, dass ein Schlossmuseum in Zukunft nicht mehr existieren wird, diese Geschäftsgrundlage weggefallen ist“. Der Fürst hält dagegen, dass im Vertrag eindeutig angegeben ist, dass der Gegenstand des Unternehmens sei, dass „eines oder mehrere Museen im Ensemble Schloss Hohenlimburg“ betrieben werden müssten. Das Kaltwalzmuseum sei ein „satzungsmäßig aktives“ Museum, erklärt der Fürst. Außerdem sei es nie der Plan gewesen, das Schlossmuseum nach Sanierung nicht wieder zu eröffnen: „Das Schlossmuseum ist nur aufgrund der Bauarbeiten dicht. Das Schloss hat immer noch musealen Charakter, der Kern des alten Museums ist ja noch vorhanden“, betont er.

Umzug ins Freilichtmuseum

„Die Innensanierung des Schlosses war von Anfang an das Ziel der gGmbh, das wusste auch der Förderkreis. Eigentlich sind wir am Ziel angekommen“, so der Fürst. Er vermutet, dass das Kaltwalzmuseum ein gutes Angebot vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bekommen hat. Gerüchte gab es unterm Schlossberg schon länger, seit der Kündigung ist es offiziell: Das Kaltwalzmuseum zieht ins Freilichtmuseum – das geht eindeutig aus dem Kündigungsschreiben hervor. Gespräche darüber müssen schon seit Längerem geführt worden sein, der Fürst will aber nichts davon gewusst haben. Sogar Maria-Theresia Konder vom Freundeskreis Schlossspiele erklärt in ihrer Funktion als Mitgesellschafterin, dass auch ihr gegenüber vom Förderkreis keine Angaben gemacht worden waren.

Änderungen in den Strukturen der gGmbH soll es vorerst nicht geben. Übergangsweise übernimmt der Fürst den nicht gerade kleinen Anteil des Förderkreises. Wie es jedoch mit dem Kaltwalzmuseum im Schloss in diesem Jahr noch weitergeht, das konnte der Fürst am Mittwoch noch nicht sagen. Nur so viel: Zum 31. Dezember dieses Jahres enden alle Verträge zwischen Förderverein und gGmbH.

Fürst Bentheim hat den Kulturdezernenten der Stadt Hagen und Vertragspartner der Schloss Hohenlimburg gGmbH, Thomas Huyeng, bereits über die Umzugspläne informiert. Aus der Pressemitteilung des Fürsten geht hervor: „Herr Huyeng hat die Vermittlung durch die Stadt Hagen angeboten.“ Was das genau für die Fläche des bald ehemaligen Kaltwalzmuseums im Schloss Hohenlimburg bedeutet, kann zu diesem Zeitpunkt nur spekuliert werden. Gespräche zwischen Fürst und Stadt können verständlicherweise erst nach den Ferien stattfinden.

Facebook-Stimmen

Auf der Wk-Facebook-Seite äußerten sich unter unserem Beitrag bereits Leser zum Wegfall des Kaltwalzmuseums:

Schock in Hohenlimburg: das Kaltwalzmuseum hat heute seinen Auszug aus dem Schloss verkündet!

Posted by Wochenkurier on Mittwoch, 1. Juli 2015

 

Auch andere Stimmen wurden nach unserer Kurzmeldung am vergangenen Mittwoch im Internet laut. Viele Hagener scheinen dem Fürsten die Schuld zu geben, wie beispielsweise aus den Kommentaren in der Facebook-Gruppe Hagener für Kultur, Kunst und Geschichte/n aus Hagen zu ersehen ist:

„Da hat seine Durchlaucht aber eine Menge zu regeln und zu organisieren.“

„Ob der Fürst da jetzt mal ins Grübeln kommt…?“