Kampf für Schulbus

Haspe. (san) Gewundert habe man sich schon, warum sich die Eltern der Grundschule Spielbrink nicht zur Wehr gesetzt haben – so hörten die Schulpflegschaftsmitglieder der nur noch bis zu den Sommerferien bestehenden Einrichtung von diversen Ratsmitgliedern. Einige von ihnen wollen ihnen nun zur Seite stehen.

„Doch wo keine Information ist, da kann auch keine Reaktion kommen“, sind die Elternvertreter der kleinen Hasper Schule ziemlich sauer. Längst haben sie geschluckt, dass ihre Kinder die Spielbrinkschule nur noch bis zum Ende dieses Schuljahres besuchen können, obwohl man ihnen allen bei der Anmeldung versicherte, dass die Schule „auslaufend“ schließe (d.h. alle Kinder noch das 4. Schuljahr dort beenden). Allerdings kündigen sie nun vehementen Widerstand gegen die Verweigerung eines von ihnen geforderten Schulbusses an. Das nach den großen Ferien verbleibende 3. und 4. Schuljahr, es handelt sich um 48 Kinder, soll dann zur Friedrich-Harkort-Schule am Quambusch wechseln. Eine persönliche Mitteilung diesbezüglich gab es an die betroffenen Eltern jedoch nicht.

Weg zumutbar?

„Als nach dem Brand an der Grundschule in Kückelhausen die Kinder in unserer Spielbrinkschule unterrichtet wurden, gab es für sie selbstverständlich einen Schulbus“, beschweren sich die Eltern. Denn auch für sie ist der Antritt ihrer Kinder am Quambusch genau so unfreiwillig wie damals derjenigen Kinder aus Kückelhausen. Auch wenn der Schulweg mit rund zwei Kilometern ein wenig kürzer ist. „Er ist immer noch weit genug und nicht unbedingt gefahrlos, wenn man sieht, wie schnell die Autos über den Autobahnzubringer hoch nach Volmarstein fahren“, so die stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende Nicole Tempelmann.

Das Schulamt hingegen hält den Weg für zumutbar. Auch an der vielbefahrenen Grundschötteler Straße, die es von den Kleinen zu überqueren gilt, seien Gehwege und Ampeln vorhanden. Etliche Schüler hätten Anrecht auf die Bezuschussung des Schokotickets. Allerdings erfuhren die betroffenen Eltern von dieser Einschätzung zunächst auch nichts, wie sie von der Schließung der Schule vor dem „Auslaufen“ generell von keiner offiziellen Seite informiert wurden. „Erst die Medienberichte ließen uns erahnen, was da auf uns zukommt. Auch die Schulleitung hat keine offizielle Mitteilung an die Elternschaft weitergegeben. Das kann doch nicht sein!“, so die Schulpflegschaftsvorsitzende Miriam Keyser.

Auf einen im November verfassten Brief an das Schulamt haben die Elternvertreter bis heute keine Antwort erhalten. Zuvor hatte sich der örtliche Ratsherr Horst Wisotzki (SPD) bereit gefunden, brennende Fragen der Betroffenen in den Rat zu bringen und übermittelte den Spielbrink-Eltern dann die an ihn adressierten Antworten.

Bürgernähe?

„Aber was ist denn das für eine Umgehensweise mit uns Bürgern?,“ fragen sich die Eltern wie zum Beispiel Sabine Kühnholz. „Eine Schulschließung und die damit verbundene Erwartung an die Kinder, weitere Wege in Kauf zu nehmen, kann doch nicht geschehen, ohne uns auch nur mit einer Silbe davon persönlich in Kenntnis zu setzen. Wir sind bei der Anmeldung unserer Kinder schriftliche Zusagen eingegangen“, kann Mutter Yvonne Klinker es gar nicht fassen, „wie wenig die Stadtverwaltung unsere Situation interessiert.“ Und sie vermutet: „Die haben uns mit Absicht nicht schriftlich über die politischen Beschlüsse informiert, damit wir nicht unbequem werden.“

Elternversammlung

Auch wenn alle Entscheidungen gegen einen Schulbuseinsatz zur Friedrich-Harkort-Schule für die letzten beiden Jahre ihrer Kinder gefallen sind: „Wir werden noch lange nicht still sein und weiter das einfordern, was wir für angebracht halten.“ So wird es am Montag, 2. Februar 2015, eine weitere Elternversammlung geben, um eine Unterschriftenaktion vorzubereiten.

Unterstützt werden sie dabei mittlerweile von einigen Ratsvertretern von SPD, Linken und Piraten.