Katzen-Mord im Garten

Vom geliebten Kater Kasimir bleibt Bianca Kirchhoff nur noch ein Foto. In diesem hoch eingezäunten Garten des Hausmeisterehepaares tauchte am vergangenen Donnerstag ein schwarzer Hund auf und zerfleischte den Familienkater. Für Mutter Bianca und ihrem fünfjährigen Sohn Fabian, die das miterleben mussten, ein traumatisches Erlebnis. (Foto: Anna Linne)

Haspe. (anna) Das Hausmeisterehepaar der Friedrich-Harkort-Grundschule in der Twittingstraße auf dem Quambusch ist immer noch geschockt von einem Vorfall, der sich am Donnerstag, 2. September, in ihrem eingezäunten kleinen Garten ereignete. Gegen 15.20 Uhr am Nachmittag sprang plötzlich ein fremder Hund über die immerhin rund eineinhalb Meter hohe Einzäunung des Privatgeländes, durchbrach die Hecke und zerfetzte den Kater der Familie Kirchhoff fast vor deren Augen. Drei Minuten soll der Kampf gedauert haben, bei dem der Hund den Stubentiger komplett zerfleischte, obwohl dieser sich entsetzlich gewehrt und auch den Hund verletzt haben soll.

Die junge, zweifache Mutter Bianca Kirchhoff, die alles miterleben musste, ist immer noch völlig traumatisiert von dem Erlebnis und kann ohne medizinische Maßnahmen den Tag nicht überstehen. Zu sehr haben sich die Bilder des zerfetzten Katers Kasimir in ihr Hirn gebrannt. Mit der Flasche hatte sie das völlig zutrauliche Tier vor sieben Jahren großgezogen. Nie hatte der Kater den kleinen Garten des Hausmeisterehepaars verlassen, für weite Spaziergänge war er viel zu ängstlich. Dass er ausgerechnet im vertrauten Terrain unter schrecklichen Umständen sein Leben lassen musste, klingt schon fast wie eine Ironie des Schicksals.

Große Angst

Die Familie Kirchhoff, zu der noch zwei Kinder im Alter von 5 Jahren und 10 Monaten sowie ein Hund und drei weitere Katzen gehören, traut sich nun nicht mehr in den eigenen Garten. Die Angst davor, dass die mörderische Bestie wieder kommen und vielleicht sogar die Kinder verletzen könnte, ist einfach zu groß.

Eine Reinigungskraft der Harkort-Grundschule, die den Vorfall vom Fenster aus beobachten konnte, findet auch fünf Tage nach dem tragischen Unglück nur schwer in den Schlaf. Auch sie wird nachts von den schrecklichen Bildern verfolgt. Denn die Frau konnte vom Fenster aus genau verfolgen, wie ein etwa 40 Zentimeter großer schwarzer Mischlingshund mit blauem Brustgeschirr wie ein geölter Blitz über die hohe Palisadenwand durch die Hecke in den Garten der Kirchhoffs schoss, sich auf den Kater stürzte und sich in ihn verbiss. Der Kater habe den Hund bestimmt verletzt, ist die Reinigungskraft, die während des Gemetzels sofort zum Tatort geeilt war, überzeugt.

Ungepflegter Hundebesitzer

Der Hundebesitzer – zwischen 30 und 40 Jahre alt, groß, schlank, blond, helle Kleidung, ungepflegt – soll zur Tatzeit zwar laut nach seinem Hund gerufen und gepfiffen haben, das Tier habe aber nicht reagiert. Schließlich sei der Mann hochgeklettert und habe über die Hecke geschaut, so die Reinigungskraft. Dann habe er sie gefragt, ob der Kater hin sei. Unter Tränen bejahte sie seine Frage. Mit den Worten  kann man nichts machen“, soll sich der Hundebesitzer mit dem immer noch unangeleinten Hund vom Schulhof entfernt haben.

Die letzten Sekunden des Todeskampfes mussten auch Bianca Kirchhoff und der fünfjährige Fabian miterleben.  Ich habe nur noch schrecklich geschrieen“, erinnert sich die Hausmeisterfrau, die ihren  Kasi“ über alles geliebt hat. Während Bianca Kirchhoff telefonisch den Tierarzt und die Polizei informiert, sitzt der Fünfjährige weinend vor dem blutüberströmten Kater.

Scharf gemachte Bestie?

Unsere Tierärztin ist überzeugt, dass der Hund scharf gemacht worden ist“, berichtet die zweifache Mutter.  Jeder normale Hund würde sofort von seiner Beute ablassen, wenn sich Katzenkrallen in seine Nase bohren. Diese Bestie tat dies aber nicht.“

Da der hoch eingezäunte Garten der Kirchhoffs inmitten des Schulhofes liegt, der für Hunde eh verboten ist, konnte sie mit so einem schrecklichen  Übergriff“ wirklich nicht rechnen. Zurück bleibt die Angst vor der Wiederholung. Bianca Kirchhoff möchte nur eins: dass der Täter gefasst, bestraft und der bissige Hund aus dem Verkehr gezogen wird.  Erst dann werde ich wirklich wieder Ruhe finden.“

Belohnung

Für die Ergreifung des Hundebesitzers hat Bianca Kirchhoff eine Belohnung von 100 Euro ausgesetzt, denn für die Polizei ist dieses schreckliche Tat nicht mehr als Sachbeschädigung, die kaum groß bestraft werden kann.

Wer den Hund oder den Hundebesitzer kennt, kann sich unter der Telefonnummer 0 23 31 / 3 48 64 25 bei den Kirchhoffs melden.

Ort des Geschehens

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