Keine Zentren auf der grünen Wiese

Hagen. (ME) Das neue „Impulspapier“ der Hagener CDU enthält zwar noch etliche Druckfehler, aber immerhin hat sich endlich mal eine hiesige Partei darüber Gedanken gemacht, wie sie sich ein „lebens- und liebenswertes Hagen“ in den nächsten Jahren vorstellt. Dieses Papier soll in Kürze zur Beratung in die Gremien gehen und schlussendlich eine Diskussionsgrundlage für „offene Werkstattgespräche“ sein.

Unter der Leitung von CDU-Kreis-Chef Christoph Purps haben Peter Asbeck (Stadtentwicklung), Peter Krauss-Hoffmann (Bildung), Emanuel Schmidt (Öffentliche Ordnung) und Rudolf Pesch (Ehrenamt/ Kultur) zur Feder gegriffen. Purps selbst verantwortet den Bereich „Wirtschaft“, womit wir ihn hier auch zu Wort kommen lassen.

Noch mitten im Strukturwandel

Purps: „Wirtschaftlich steckt unsere Stadt noch immer mitten im Strukturwandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsstadt. Von 2005 bis 2010 hat sich der Anteil der im Dienstleistungsbereich Beschäftigten von 67,4 Prozent auf 70,4 Prozent erhöht. Eine zunehmende Bedeutung nimmt in der Stadt das Gesundheits- und Sozialwesen ein.

Trotz des Strukturwandels ist Hagen aber noch immer von der klein- und mittelständischen Metall-Industrie geprägt. Deren Wettbewerbschancen wollen wir auch durch unseren Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels unterstützen und so den Wirtschaftsstandort Hagen sichern,“ so Purps.

Zu viele Arbeitslose

Und weiter: „Es bestehen überdies noch Entwicklungspotentiale in Wachstumsbranchen, speziell im Dienstleistungsbereich, die es durch gezielte Wirtschaftsförderung zu begleiten gilt, um Arbeitsplätze zu schaffen und Leben und Arbeiten in Hagen zu ermöglichen. Die Arbeitslosenquote der Stadt liegt mit über zehn Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von unter sieben Prozent. Wir müssen darauf achten, dass Hagen nicht abgehängt wird und wir wieder an Fahrt gewinnen als attraktiver Lebens- und Wirtschaftsstandort.

Klar ist, dass Arbeit der wichtigste Faktor für die Anziehungskraft einer Stadt ist. Eine Stadt ist nur dann eine soziale Stadt, wenn es gelingt, die Stadt auch zum erfolgreichen Wirtschaftsstandort zu machen, denn so erschließen sich Einnahmen für die Kommune, und Menschen können aus eigener Kraft ihr Leben gestalten und Verantwortung für sich und andere übernehmen.“

Wirtschaftsförderung besser aufstellen

Purps ergänzt: „Insbesondere die Wirtschaftsförderung der Stadt müssen wir weiter optimieren. Es braucht schnelle, effiziente und unbürokratische Strukturen, nicht zuletzt um wettbewerbsfähig zu sein sowie um Anreize zu schaffen, attraktive Arbeitgeber für Hagen zu begeistern.

Gleichzeitig muss die Stadt sich für den in Zukunft in Hagen zu erwartenden Fachkräftemangel wappnen. Dafür ist es wichtig, auch die Arbeitskraft und das Wissen von Älteren und Menschen in der Familienphase besser zu nutzen. Aber ebenso die jungen Menschen, die bisher keine qualifizierte Ausbildung erhielten, um einen Arbeitsplatz zu bekommen, sollten eine zweite Chance erhalten.“

City: Positive Entwicklung

„Es ist eine positive Entwicklung der Hagener Innenstadt nach Außen wahrnehmbar,“ stellt Purps fest. „Für unsere Stadt ist dies unverzichtbar. An Einzelstellen wurden bereits sehr gute Erfolge erzielt: So ist beispielsweise die Erreichbarkeit der Innenstadt zur Sicherung des Standortes mit dem PKW heute gewährleistet. Parallel dazu brauchen wir die Sicherung einer wohnortnahen Versorgung. Der Erhalt der Nebenzentren in den Stadtteilen ist zu gewährleisten. Neue Einkaufszentren auf der grünen Wiese sind aus unserer Sicht nicht erforderlich.“ Womit er unter anderem einem Einzelhandelszentrum auf der Brandt-Brache eine Absage erteilt.

Vorrangig müsse von einer strategieorientierten Flächenpolitik die Frage beantwortet werden, was wo in unserer Stadt angesiedelt werden soll. Dies sei wichtig angesichts der Tatsache, dass zum Beispiel gewerbliche Flächen aufgrund der Hagener Topografie begrenzt sind. Die CDU Hagen spricht sich hierbei eindeutig „für Vorfahrt für produzierendes Gewerbe und Industrie aus“.

Ein wichtiges Kriterium müsse die Zahl der Arbeitsplätze bilden. Purps: „Schnelle und ergebnisorientierte Genehmigungsverfahren bleiben das Hauptmerkmal für eine erfolgreiche kommunale Wirtschaftspolitik. Investitionshemmnisse sind so weit wie möglich abzubauen. Dazu muss die zukunftsgerechte Verkehrsinfrastruktur der Stadt gesichert werden. Der Verkehrserschließung von Gewerbegebieten kommt eine besondere Bedeutung zu.“