Keks-Fabrik: Abriss in absehbarer Zeit?

Haspe. (ME) Kaum ein anderer Themenkomplex hat die Hasper
Politiker und Politikerinnen in den vergangenen Jahren so sehr beschäftigt wie
die seit 2003 bestehende Brandt-Brache.
Immerhin geht es hier nicht nur um eine Weichenstellung für einen kleinen
Teil von Westerbauer, sondern um eine Maßnahme, die erhebliche Auswirkungen auf
Haspes City und sogar auf Vogelsang haben wird. Nicht übersehen werden darf im
Übrigen, dass wesentliche Teile des vornehmlich um 1930 bebauten Komplexes an
eine Wohnbebauung grenzen, was hinsichtlich einer Neunutzung nicht ganz
unwichtig ist.
Viele Ideen wurden in der Vergangenheit bereits geboren – von einem
Factory-Outlet-Center bis hin zur Wohnbebauung. Doch viele Anregungen und
Vorschläge waren aus unterschiedlichen Gründen nicht realisierbar.
Übrig blieb der Eigentümer-Wunsch, auf der Fläche der einstigen Keks- und
Gebäckfabrik – das ist das Brandt-Areal zwischen Enneper Straße, Krefelder
Straße und Ennepe – ein Bürogebäude, ein Gesundheitszentrum und einen größeren
Einzelhandelskomplex zu realisieren.
Fabrik-Umbau
Während das neu zu errich­tende mehrgeschossige Bürogebäude weitgehend
von der Firma Brandt als künftige Hauptverwaltung genutzt würde, sind als
Einzelhändler Aldi, Rewe-Kaufpark und ein Drogeriemarkt vorgesehen.
Das geplante Gesundheitszentrum soll in jenem Fabrikgebäude entstehen, dessen
Fassaden auf dieser Brandt-Seite denkmalgeschützt sind und das für die neue
Nutzung im Inneren umgebaut werden müsste.
Noch keine Nutzungsidee gibt es bislang für die frühere, ebenfalls
denkmalgeschützte Werkstatthalle westlich der Keks- und Gebäckfabrik.
4500 Quadratmeter
Die Planer des Architekturbüros Eicker gehen von einer Verkaufsfläche von
rund 4500 Quadratmetern aus – davon entfallen auf den Vollsortimenter
(Rewe-Kaufpark) etwa 2500 Quadratmeter.
Aldi benötigt in seinen neuen Läden aktuell Flächen, die bei 1200
Quadratmetern liegen – diese Größe ist in Westerbauer problemlos vorhanden.
Rewe-Kaufpark und Aldi wollen hierfür ihre bisherigen Filialen in der
Nachbarschaft aufgeben – es käme also „nur“ zu einer Verlagerung.
„Brandt-Nord“ ändern
Doch um die Neunutzung überhaupt in Angriff nehmen zu können, ist zunächst
teilweise eine Flächennutzungsplan-Änderung vonnöten. Denn bisher sieht der FNP
ebenso wie der Regionalplan hier eine gewerbliche Baufläche bzw. „gemischte
Baufläche“ vor.
BV Haspe (am 3. November), Stadtentwicklungsausschuss (am 10. November) und
auch der Rat haben für diese Änderungen mitterweile den Weg geebnet. Für den
Regionalplan ist das notwendige Änderungsverfahren inzwischen ebenfalls
eingeleitet.