Kinder-Abenteuerroman spielt im alten China

Ulla Kerckhoff - Karatabar
Als Illustratorin hat die Dahlerin Ulla Kerckhoff längst einen Namen. Doch „Karatabar“ hat sie auch noch selbst geschrieben. (Foto: Claudia Eckhoff)

Hagen. Der Impuls kam für Ulla Kerckhoff in einer Eisdiele. „Da standen auf dem Tisch ganz wunderbar gestaltete, auf mehrfache Weise klappbare Eiskarten. Das hat mich als gelernte Grafikdesignerin und Buchillustratorin fasziniert“, erzählt sie. „Ich wusste sofort: Das muss ich aufgreifen. Und ich hatte auch ganz schnell die Geschichte dazu im Kopf.“

Sechs Jahre hat es dennoch gedauert, bis die Dahlerin das Kinderbuch in Händen hielt, das sie erstmals nicht nur illustriert, sondern eben auch selbst verfasst hat. Der Roman für Kinder von sieben bis zwölf Jahren trägt den Titel „Karatabar oder die Suche nach dem verlorenen Reich“. Gewidmet hat sie es den sechs Enkelkindern in ihrer Familie.

Abenteuer im alten China

Die Kinder Sina und Jonas reisen auf dem Rücken einer fliegenden Eidechse durch Raum und Zeit und erleben atemberaubende Abenteuer. Es geht mitten hinein ins 15. Jahrhundert, als die Ming-Dynastie China prägte. Ulla Kerckhoffs Buch entführt in die fremde Kultur dieses alten Reiches.

Mysteriöse Geheimnisse, Rätsel, gute und böse Wegbegleiter, Verstecktes, Verborgenes, Verschwörungen, Hetzjagden, Verfolgungen, Lug und Betrug, Verrat und wieder unerwartete Hilfen erleben die beiden Helden auf ihrer Mission.

„Ich bin mein Leben lang schrecklich – nein, wunderbar – viel gereist“, berichtet die Autorin. „Mich faszinieren fremde Kulturen, Landschaften und Religionen. Ich kann gar nicht genug davon kriegen und möchte meine Begeisterung gerne weitergeben an alle Kinder in unserer immer bunter werdenden Multikulti-Gesellschaft.“

Von Asien gefesselt

Alle Kontinente hat sie be­reist. In den letzten Jahren zog es sie fast immer nach Asien, nach Burma, Laos, Myanmar oder Kambodscha. „In China war ich drei Mal. Zum ersten Mal 1988, als dort die Menschen wirklich noch fast alle Blaumann trugen und Fahrrad fuhren. Asien fesselt mich mehr als alles andere“, gesteht die Dahlerin.

Den tiefsten Eindruck machte ihr eine vierwöchige Reise, die erst per Flugzeug nach Usbekistan führte und dann per Bus entlang der Seidenstraße bis nach Peking. Wasserträger, Mönche oder Frauen mit kleingeschnürten „Lotusfüßen“ fließen in ihren Roman ein wie auch ein mächtiger Sandsturm, der durch alle Ritzen fegt und es im Mund nur so knirschen lässt.

Wahr und wirklich

„Ich konnte es selbst kaum fassen, aber es gibt wirklich sogar fliegende Eidechsen“, lacht Ulla Kerckhoff. „Ich bin ihnen in Thailand begegnet.“

Ihr aufwendig illustriertes Buch mit seiner eingelegten mehrfach faltbaren Eidechsen-Karte kommt gut an. Verlegt hat es der Neissufer Verlag (ISBN 978-3-9818700-1-5). Ulla Kerckhoff liest daraus vor in Schulen und Buchhandlungen. „Kürzlich bei einer Lesung in einer Wetteraner Grundschule haben die Kinder atemlos zugehört und wollten immer mehr“, freut sich die Autorin. „Viele Kinder mit Migrationshintergrund waren darunter. Die haben gestaunt, dass ich sogar ihre Herkunftsländer schon bereist habe und etwas darüber weiß.“