Kinderlandverschickung

Wehringhausen. Die Bombenangriffe auf deutsche Städte im Verlauf des Zweiten Weltkriegs nahmen zu. Die Versorgungsprobleme in den Metropolen wurden größer. Deshalb ordnete Hitler im Herbst 1940 offiziell die „Erweiterte Kinderlandverschickung“ an.

Der nächste Gesprächsabend im Erzählcafé „Altes Backhaus“ in der Lange Straße 30 mit dem Historiker Jörg Fritzsche am Freitag, 19. September, um 17 Uhr dreht sich um genau dieses Thema: „Kinderlandverschickung im Dritten Reich“.

Rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche wurden aus den gefährdeten Städten in ländliche Regionen des Reiches und in das „befreundete Ausland“ verbracht. Die durch den Luftkrieg hervorgerufene Notlage missbrauchten die Nationalsozialisten: Die Kinder konnten vor dem Krieg geschützt werden. Gleichzeitig waren sie der politischen und ideologischen Beeinflussung sowie dem paramilitärischen Drill in den Lagern ausgesetzt.

Zugleich waren die Kinder oft über Monate, bisweilen auch über Jahre, dem Einfluss ihrer Familien entzogen. Fernab von Elternhaus und Schule konnte so der nationalsozialistische Erziehungsapparat ungehindert im Sinne der NS-Ideologie auf die Kinder einwirken.

Der Eintritt zur Veranstaltung im Erzählcafé ist frei. Informationen zur Reservierung unter der Kursnummer 1200 erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter Tel. 02331 / 207-3622.