Klangerlebnis in der Johanniskirche Hagen

Hagen. (AnS) Die Liebe und Freude zur Musik eint sie alle: Sowohl die Mitglieder des noch jungen Vereins als auch die Teilnehmer, die aus nah und fern nach Hagen reisen, um ihr Können zu beweisen…

Organisieren den diesjährigen Wettbewerb (v.l.): Prof. Roland Pröll, Martin Brödemann und Hildegard Schiller. (Foto: Verein)
Organisieren den diesjährigen Wettbewerb (v.l.): Prof. Roland Pröll, Martin Brödemann und Hildegard Schiller. (Foto: Verein)

Und die Musik schweißt sie zusammen, viele Freundschaften sind so bereits entstanden: Wer sich vom musikalischen Virus anstecken lassen möchte, der ist vom 22. bis 30. April 2014 in der Johanniskirche am Markt beim Internationalen Mozart-Wettbewerb als stiller Zuhörer überaus willkommen. Schirmherrin ist übrigens Bürgermeisterin Brigitte Kramps.

Organisiert wird dieses kleine, aber feine Klangerlebnis vom Internationalen Kammermusikfestival Hagen; das ist ein Verein, der sich erst im September 2012 gründete. Sein Ziel: die Pflege der klassischen Musik, insbesondere der Kammermusik. Die Initiatoren zeichneten sich bereits für zwei Veranstaltungen verantwortlich, in diesem Jahr soll es ein Wettbewerb sein, der bereits in Turin und Seoul begeisterte.

Internationale Bewerber

Drei Generationen Mozart stehen auf dem Programm: Es werden Stücke von Leopold, Wolfgang Amadeus und Franz Xaver zu Gehör gebracht, aber auch Stücke von Boris Kosak, Komponist von moderner, klassischer Musik, und freie Stücke. Beworben haben sich bislang rund 50 bis 60 Solisten, die die Kompositionen unter anderem auf Geige, Piano und Cello präsentieren.

„Die erste Runde ist bereits fast vollbracht“, erklärt Vereinsvorsitzende Hildegard Schiller, die gemeinsam mit Martin Brödemann, Professor Roland Pröll, dem Musikalischen Leiter, und der Max-Reger-Musikschule, die die Proberäume zur Verfügung stellt, den Wettbewerb organisiert. Zahlreiche Hörproben wurden auf CD eingereicht. In der zweiten und dritten Runde dürfen die Bewerber im April ihr Können in der Kirche zum Besten geben, kundige Juroren werden die Vorträge bewerten und am Ende Preise vergeben. Musiker aus Italien, Deutschland und Korea werden erwartet.

Zuhörer willkommen

Bei den Prüfungen sind Gäste gern gesehen, circa von 9 bis 19 Uhr sind die Kirchentüren für jedermann geöffnet. „Nur eine Bitte haben wir: die Musiker benötigen absolute Ruhe, um sich zu konzentrieren.“ Genießen ist also erlaubt, Unterhaltungen aber sind tabu.

Ebenso freut sich der Verein über Spenden, denn eine solche Veranstaltung bereitet nicht nur Arbeit, sondern kostet überdies Geld. „Viele stellen ihr Hilfe aber auch ehrenamtlich zur Verfügung“, freut sich Hildegard Schiller. So konnte ein Klavierbauer aus Wuppertal zum Stimmen des Tasteninstruments gewonnen werden. „Natürlich wollen wir auch allen beteiligten Gästen ein kleines Programm bieten und sie in der Volmestadt willkommen heißen“, erklärt die Vorsitzende, die jahrelang als Gastmutter der koreanischen Violinistin Yula Kim fungierte und die Vorzüge ihrer Berufung kennen lernte: „Man erlebt dadurch eine ungeahnte musikalische Intensität und lernt viele Persönlichkeiten kennen.“

Geige, Cello, Klavier: Ein breites Spektrum wollen die Wettbewerbsteilnehmer (das Foto zeigt Festivalmusiker von 2013) dem Publikum bieten. Zu Beginn und zum Abschluss der Prüfungen soll es zudem Konzerte geben. (Foto: Verein)
Geige, Cello, Klavier: Ein breites Spektrum wollen die Wettbewerbsteilnehmer (das Foto zeigt Festivalmusiker von 2013) dem Publikum bieten. Zu Beginn und zum Abschluss der Prüfungen soll es zudem Konzerte geben. (Foto: Verein)

Besondere Freude hat sie, wenn noch ganz junge Musiker einen solchen Auftritt wagen. „Im letzten Jahr war unser jüngster Festivalteilnehmer gerade mal 12 Jahre alt.“ Der Mozart-Wettbewerb ist indes für fünf Altersstufen ausgeschrieben, schon 8-Jährige sind eingeladen mitzumachen.

Verschiedene Konzerte

Die Gewinner werden allesamt Mitte Juni, ein genauer Termin steht noch nicht fest, in einer gemeinsamen, hochkarätigen Vorführung zu hören sein. Zudem sind zu Beginn und zum Abschluss des Wettbewerbs Konzerte geplant, zu denen bekannte Persönlichkeiten aus der Kammermusikszene geladen sind. „Unter anderem erwarten wir“, verrät Hildegard Schiller, „den Geiger Roberto Secchi aus Genua.“ Auch hier werden Termine und Uhrzeiten noch rechtzeitig bekannt gegeben.

Eine Veranstaltung dieser Art soll etabliert werden, im nächsten Jahr können sich Musikliebhaber ebenfalls auf dieses Ereignis freuen.