„Kleiner“ und „großer“ Brecht mit echter Musik

Hagen. (saz) „’Ne Gitarre, die noch so wie ’ne Gitarre klingt, und ’ne Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt“ – so sang schon Reinhard Mey in seinem „Stück Musik von Hand gemacht“. Und auch das Musikensemble „Sonne, Mond und Sterne“ folgt dieser musikalischen Grundphilosophie. Die Freunde Horst Lappöhn (Gitarre, Gesang) und Peter Boeing (Gitarre, Gesang) machen schon seit 40 Jahren gemeinsam Musik. 2007 kamen dann noch Lappöhns Lebensgefährtin Antje Stein (Akkordeon) und die Schauspielerin Ariane Raspe (Gesang) dazu und das „seltene Musikensemble“ war geboren.

Die drei Hauptzutaten für das Erfolgs-Ensemble sind Gesang, Gitarre und Akkordeon. Alle vier Mitglieder sind hervorragende Musiker, die sich auf ihr Fach verstehen. Auch wenn Ariane Raspe die „offizielle“ Sängerin vom Ensemble ist, so wird der Gesangspart ab und zu natürlich auch von den anderen übernommen. Ganz so, wie es eben gerade zum entsprechenden Lied passt.

Dabei ist die Musik, die von den Vieren auf die Bühne gebracht wird, noch „echte“ Musik ohne überflüssige Elektronik. Die Lieder werden gewissenhaft ausgewählt, 99 Prozent der Arrangements stammen aus der eigenen Feder.

Bertolt Brecht im Programm

Das Repertoire in den verschiedenen Programmen von „Sonne, Mond und Sterne“ umfasst Lieder aus sechs Jahrhunderten. Dabei setzte das Ensemble auf eine Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem gleichermaßen, seltene und auch „nie gehörte“ Stücke sind schon immer Teil der Arrangements. So auch im aktuellen Programm „Lieder, Legenden und Balladen von Bertolt Brecht“. Dem Zuhörer begegnet dort sowohl der „große Brecht“ mit seinen berühmten Bühnensongs wie die „Moritat von Mackie Messer“, als auch der „kleine Brecht“ mit eher unbekannten Stücken.

Für das Programm hat Horst Lappöhn eine intensive Recherche nach Material betrieben und ist dabei auf die ein oder andere Überraschung gestoßen. Das Programm präsentiert Seiten des Dichters, die wohl auch eingefleischte Brecht-Fans so noch nicht kennen. So wie die vier Musiker von „Sonne, Mond und Sterne“ Bert Brecht präsentieren, erklärt Lappöhn, habe dieser 1926 bereits selbst seine selten gehörten chansonartigen Lieder im Kabarett „Wilde Bühne“ in Berlin vorgetragen. Damals war es noch die Laute, heute gibt es zur Begleitung Gitarre und Akkordeon.

Das Ensemble präsentiert sein Brecht-Programm, dessen intensive Vorbereitungen ein halbes Jahr gedauert haben, am Samstag, 5. September 2015, um 20 Uhr im Allerwelthaus, Potthofstraße 22. Dort können bereits Karten für den Abend erstanden werden. Der Eintrittpreis beträgt 10 Euro.