Kramer unterstützte streikende Postler

EN-Kreis/Hagen. Ihre Forderungen in der aktuellen Tarifauseinandersetzung haben rund 350 Beschäftigte der Deutsche Post AG, darunter auch viele aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, vor wenigen Tagen mit einer Kundgebung auf dem Hagener Friedrich-Ebert-Platz unterstrichen. Unterstützt wurden sie dabei vom heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Hubertus Kramer, der sich mit deutlichen Worten an die Seite der Beschäftigten stellte.

„Was die Deutsche Post AG mit der Auslagerung von tausenden Arbeitsplätzen im Paketzustellbereich verfolgt, das ist nicht nur ein schlimmer Bruch von vertraglichen Zusagen, für die Ihr als Beschäftigte zuvor weitgehende Zugeständnisse gemacht habt. Dieses Szenario passt für viele Menschen längst in das Bild des willkürlich wirkenden Kapitalismus, der nur noch die Gewinne für Aktionäre und längst nicht mehr die Interessen der Menschen in den Mittelpunkt rückt“, rief Kramer den Streikenden zu. 48 Stunden nach der Kundgebung fanden die Tarifpartner zu einer Einigung.

Einigung

Kernpunkte: Die rund 140.000 Beschäftigten erhalten zum 1. Oktober 2015 eine Einmalzahlung von 400 Euro sowie zum 1. Oktober 2016 zwei Prozent und zum 1. Oktober 2017 noch einmal 1,7 Prozent mehr Lohn. Die Wochenarbeitszeit bleibt bei 38,5 Stunden. Die von der Post zum Jahresbeginn ausgegründeten Paketgesellschaften mit schlechterer Bezahlung werden nicht aufgelöst oder in den Post-Haustarifvertrag aufgenommen. Die verbleibenden rund 7.650 Paketzusteller in der Deutschen Post werden jedoch dauerhaft abgesichert. Nur neu eingestellte Beschäftigte können in die ausgegründeten Gesellschaften kommen.

Der Kündigungsschutz bei der Post wird zudem um vier Jahre bis Ende 2019 verlängert. Eine Vergabe von Brief- oder kombinierter Brief- und Paketzustellung an Fremdfirmen ist bis zum Jahresende 2018 ausgeschlossen.