Krankes Körpergefühl? Lions unterstützen Essstörungsprojekt

Engagieren sich für die Aktionswochen unter dem Motto „Innenwelten“ zur Vorbeugung von Essstörungen (v.l.): Werner Hahn

Engagieren sich für die Aktionswochen unter dem Motto „Innenwelten“ zur Vorbeugung von Essstörungen (v.l.): Werner Hahn, Ingrid Liefke, Johann Dieckmann, Dr. Gerhard Koch, Christiane Koop, Meinolf Korte, Kirsten Lange und Thomas Küfner. (Foto: Ines Hyla)

Hagen. (hy) Jeder kennt den Satz „Ich habe gar keinen Hunger“, meist steckt nichts weiter dahinter. Gefährlich wird es, wenn dieser Satz den Alltag eines Menschen bestimmt. Dann können es Anzeichen einer Essstörung sein.

Auslöser dafür sind oft die eigene Unzufriedenheit mit dem Körper, Selbstwert- und zwischenmenschliche Probleme. Für den Leidenden ist die Liste der Folgen lang: Einsamkeit, soziale Isolation und Instabilität. Die Essstörung zählt zu den wohl schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, weswegen es wichtig ist, präventiv, also vorbeugend, entgegenzuwirken. Nicht zuletzt auch, weil die Sterberate bei Magersucht sehr hoch ist.
Sie tritt vor allem bei Mädchen und Jungen zwischen Pubertät und 18. Lebensjahr auf, aber auch Erwachsene können von diesem Leiden heimgesucht werden. In Hagen sind circa 1.960 Menschen betroffen.
Organisatoren
Um die Bevölkerung zu sensibilisieren und einen Beitrag zur Prävention zu leisten, hat sich eine Veranstaltergemeinschaft gebildet, geleitet von der Awo-Suchtberatung und der Fachstelle für Suchtprävention der Kommunalen Drogenhilfe. Unter dem Thema „Innenwelten“ finden dazu Aktionswochen statt, die finanziell vom Lions-Club Hagen-Mark und dem Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Hagen gefördert werden. Der Lions-Club nutzt hierfür Einnahmen aus seiner Adventskalender-­Spendenaktion.
Ziele und Maßnahmen
In erster Linie möchte man die Bevölkerung aufklären. Fragen wie: „Wann fängt eine Essstörung an und wie erkennt man diese?“ sollen beantwortet werden, umso die Erkrankung früher zu erkennen. Frühzeitiges Erkennen ermöglicht bessere Heilungschancen für den Betroffenen. Außerdem möchte man verfügbare Angebote transparenter machen und erweitern. Auf diese Problematik wird mit Hilfe einer Vielzahl an kostenlosen Veranstaltungen und Projekten in Hagen aufmerksam gemacht, dazu gehören Informationsstände in der Stadtbücherei Hagen am 21. Oktober, oder beim Abendsommerfest von „Belle Maison“ am 2. September auf dem Gelände von Haus Harkorten. Diese Aktionen richten sich an breite Bevölkerungsschichten, egal ob Kind, jugendlich oder erwachsen.
Stelzenläufer und Ernährungsberatung
An diesem Samstag, 1. Juli, wird ein Stelzenläufer die Hagener Innenstadt beleben und symbolisch auf die Erkrankung hinweisen. Überdies findet am Montag, 3. Juli, um 18 Uhr im Haus Harkorten/ Belle Maison ein Workshop mit der Expertin Jocelyne Reich-Soufflet statt. Sie beleuchtet das Thema aus ernährungspsychologischer Sicht. Anmeldungen sind erwünscht unter Tel. 02331/ 4848844.
Das Theaterstück „Food Diaries“ im Lutz-Theater am Dienstag, 4. Juli, um 19.30 Uhr und 5. Juli um 12 Uhr veranschaulicht den Teufelskreis, der hinter einer Essstörung steckt. Für die Vorstellung sind nur noch einzelne Eintrittskarten verfügbar. Im Anschluss findet unter Leitung von Werner Hahn und drei Experten eine Podiumsdiskussion statt.
Ausstellung
Für die Ausstellung „Klang meines Körpers“ vom 4. September bis zum 15. September werden speziell geschulte Fachkräfte eingesetzt. Hier sollen die Besucher sich aktiv mit dem Thema „Essstörung“ auseinandersetzen. Das Ziel ist es, zu berühren und zu bewegen. Die Ausstellung ist für Schüler ab 13 Jahren konzipiert, dargeboten in der Ev. Jugendhilfe Hagen, Bergstraße 121.
Unter der dem Thema „Innenansicht“ läuft ein weiteres Präventionsprojekt, welches sich an Schulen richtet. Ab September bis Dezember werden Schüler das Thema fotografisch erarbeiten. Die Ergebnisse werden dann im Kunstraum der Rathausgalerie ausgestellt.
Ausblick
In Bezug auf das wachsende Problem der Essstörungen ist es wichtig: Zu beraten, informieren und in diesem Zusammenhang auch zu sensibilisieren. Eine Essstörung kann Betroffene völlig aus der Bahn werfen und die Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig beeinflussen.