Kredit, Darlehen und Finanzierung

Einbauküche, Neuwagen, Eigentumswohnung, Urlaubsreise und Studium… – wer nicht über unbegrenzte Mittel verfügt, finanziert immer öfter größere Anschaffungen mit einem Kredit. (Foto: pr.nrw)

Hagen. (Red./clau) Einbauküche, Neuwagen, Eigentumswohnung, Urlaubsreise und Studium… – wer nicht über unbegrenzte Mittel verfügt, finanziert größere Anschaffungen mit einem Kredit. Und das geschieht immer häufiger: Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) verzeichnete 2011 fast 7,2 Millionen private Ratenkreditverträge. Im Durchschnitt nahmen die Verbraucher dabei jeweils 7.712 Euro auf und setzten damit den Trend steigender Kreditsummen fort.

Doch Kredit ist nicht gleich Kredit. Wer sich auf dem Markt umschaut, trifft auf eine verwirrende Vielzahl von Begriffen: Verbraucherkredit, Ratenkredit, Abruf- oder Rahmenkredit, Dispokredit, Studienkredit, Baufinanzierungsdarlehen, Förderdarlehen. Welcher Kredit für welches Finanzierungsvorhaben der richtige ist und worauf Verbraucher bei Konditionen und Kreditvergleich achten sollten, dazu informieren Experten aus Finanzwirtschaft und Verbraucherschutz am Lesertelefon.

Alternativen zum Dispokredit

Viele Verbraucher finanzieren Anschaffungen über einen Dispositionskredit ihrer Bank, weil dies kaum zusätzlichen Aufwand erfordert. Doch diese Variante der Finanzierung ist zugleich die teuerste. Die Zinsen für Dispokredite lagen im dritten Quartal 2012 laut dem Vergleichsportal biallo.de“ bei durchschnittlich 11,25 Prozent. Noch teurer wird es, wenn man über das vereinbarte Kreditlimit hinaus überzieht: Dann sind rund 16 Prozent Zinsen fällig. Was sehr viel Geld ist. Die Alternativen: Eine Umschuldung auf einen deutlich günstigeren Ratenkredit oder einen Abrufkredit.

Für jeden Zweck den richtigen Kredit

Wer seine Berufsausbildung finanzieren will, benötigt eine andere Art des Darlehens als der Käufer eines Neuwagens oder der Häuslebauer. Laufzeiten, Zinssätze, Zinsbindung… – die Kreditwirtschaft hat sich mit unterschiedlichen Produkten auf den individuellen Finanzierungsbedarf der Kunden eingestellt.

Zusätzlich kann der Kreditnehmer bei manchen Finanzierungsvorhaben Förderprogramme in Anspruch nehmen und seine finanzielle Belastung senken. Die staatliche KfW-Bank unterstützt beispielsweise bei der Finanzierung eines Studiums, fördert energieeffizientes Sanieren und den altersgerechten Umbau von Wohnraum.

Voraussetzung: Bonität

Wer Geld verleiht, will sicher sein, dass er es irgendwann einschließlich der Zinsen auch zurückbekommt. Deshalb erkundigen sich Banken und andere Kreditgeber bei Auskunfteien wie Schufa oder Creditreform über die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden. Doch wer weiß schon, welche Daten dort über ihn gespeichert sind?

Seit April 2010 hat jeder Bürger das Recht, Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten zu bekommen. Einmal im Jahr muss diese Eigenauskunft kostenlos sein. Die Auskunfteien müssen dem Verbraucher auch sagen, woher die Informationen stammen und sie müssen falsche Daten berichtigen.

Kreditkosten

Wer kein Finanzfachmann ist, kommt schon beim Vergleich verschiedener Kredite ins Schleudern. Auch wenn Banken – verschiedenen Gerichtsurteilen zufolge – von Kunden keine Bearbeitungsgebühren für Verbraucherkredite fordern dürfen, können je nach Art des Kredits weitere Kosten anfallen, zum Beispiel für eine Restschuldversicherung oder in Form von Bereitstellungsgebühren. In den Vergleich der Kreditkosten sollten diese Positionen jedoch einfließen, um die verschiedenen Angebote überhaupt bewerten zu können.

Elgin Gorissen-van Hoek, Vorsitzende des Bundesverbandes Finanz-Planer, gehört zu den fünf Experten am Lesertelefon. (Foto: pr.nrw)

Expertenrat für wk-Leser

Worauf muss ich bei der Aufnahme eines Kredits achten? Welche Fördermöglichkeiten kann ich in Anspruch nehmen? Welche Auskünfte holen Kreditgeber ein und wie wirken sich diese auf die Zinsen aus? Wie kann ich in Erfahrung bringen, welche Daten bei den Kreditauskunfteien gespeichert sind? Wie schätze ich meine eigene Finanzkraft richtig ein? Was ist ein bonitätsunabhängiger Kredit? Was ist der Unterschied zwischen Nominal- und Effektivzinssatz?

Zu allen Fragen rund um Finanzierung, Darlehen und Kredit informieren unsere Experten am Lesertelefon – neutral, kompetent und kostenlos. Elgin Gorissen-van Hoek (Vorsitzende des Bundesverbandes Finanz-Planer e.V., Oldenburg), Jutta Kettenring (Fachberaterin Finanzen bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Mainz), Monika Scholz (Referentin der KfW Bank, Frankfurt), Rita Gaebel (Kreditspezialistin der Commerzbank, Köln) und Tilo Keller (Kreditspezialist der Commerzbank, Köln) warten auf die Anrufe der wk-Leserinnen und -Leser.

Rufen Sie an!

Am Donnerstag, 14. März 2013, stehen die Experten von 10 bis 17 Uhr unter

Telefon 0800 / 0604000

kostenfrei zur Verfügung.