Kriminalstatistik 2017: Weniger Einbrüche in Hagen

Kriminaldirektor Helgo Borgmann (r.) hat gemeinsam mit Ralf Bode, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei Hagen, die Kriminalstatistik 2017 präsentiert. Besonders zufrieden ist man mit dem Rückgang der Wohnungseinbrüche. (Foto: Christina Schröer)

Hagen. (cs) Die Vorstellung, dass Fremde die eigenen vier Wände betreten, durchwühlen oder womöglich auf der Flucht über Tisch und Bänke gehen, flößt Angst ein.

Das weiß auch Kriminaldirektor Helgo Borgmann, der bereits im vergangenen Jahr verkündete, „dass in Hagen etwas gegen die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche getan werden muss und soll“. In dieser Woche zeigte er sich „so zufrieden, wie man eben mit einer Kriminalstatistik sein kann“.

Auf frischer Tat ertappt

In Zahlen gesprochen bedeutet das einen Rückgang der Wohnungseinbrüche in Hagen um 25,6 Prozent (575 Einbrüche in 2016, 428 in 2017). Und auch die Aufklärungsrate ist gestiegen. Durch neu gegründete Ermittlungskommissionen, wie zum Beispiel die EK „Hestert“, konnten durch gezielte Observationen Täter auf frischer Tat ertappt werden.

Um das Sicherheitsgefühl der Hagener zu steigern und Einbrüchen präventiv entgegen zu wirken, finden zudem auch bezirk-spezifische Beratungen von Stadt Hagen und Polizei statt. So geschehen am Donnerstagabend mit Kommissar Dietmar Paulsen, der für die Bereiche Bredelle, Höing, Ischeland und Altenhagen zuständig ist.

Serientäter

Dort haben sich entgegen der Statistik in letzter Zeit die Wohnungseinbrüche gehäuft. „Wir gehen hier von einem Serientäter aus, der nahezu eingezirkelt ist“, erklärt Bezirksbeamter Dietmar Paulsen, der in seinem Bezirk durch sein bürgernahes Auftreten auch als „Dorf-Sheriff“ bekannt ist.

Um das Sicherheitsgefühl seiner Bürgerinnen und Bürger zu stärken, fährt er auch mal gemeinsam mit Vertretern des Hagener Ordnungsamtes Streife und ist täglich viel zu Fuß unterwegs: „Mit unserer Präsenz wollen wir den Tätern zeigen, dass wir zu unterschiedlichen Zeiten vor Ort sind.“

Hinweise geben

Zur Sicherheitssprechstunde waren zudem Thomas Roth und Thomas Genster von der Kriminalprävention der Hagener Polizei zugegen. Neben technischer Beratung zum Einbruchsschutz erinnerten die Beamten daran, dass die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen ist. „In Verdachtsmomenten darf auch die 110 gewählt werden, dann wird je nach Verfügbarkeit direkt ein Streifenwagen geschickt“, erklärt Thomas Roth. Durch gezielte Hinweise können die Ermittler dann ein Netz um etwaige Einbrecherbanden spinnen und die Aufklärungsquote erhöhen. In enger Zusammenarbeit zwischen den Beamten und der Bevölkerung, könnte so in Zukunft auch die Einbruchsquote im Bezirk von Dietmar Paulsen sinken.

Allgemeiner Rückgang

Allgemein kann die Polizei Hagen zudem von sich behaupten, im zweiten Jahr in Folge einen Rückgang der Kriminalität von über vier Prozent zu verbuchen. Und auch die Aufklärungsquote von Kriminaldelikten ist gestiegen.

„Das bedeutet, dass wir unser Personal wohl an den richtigen Stellen einsetzen“, bilanziert Helgo Borgmann, der als Vertreter für den erkrankten Polizeipräsidenten Wolgang Sprogies eingesprungen war.

Weniger Straßenkriminalität

Auch die Straßenkriminalität in Hagen hat abgenommen. Dieser Sammelbegriff bezeichnet Delikte, deren „Haupttatphase“ im öffentlichen Raum stattfinden. 2017 fanden 312 weniger Taten dieser Art als noch 2016 statt.

Jugendkriminalität

Beklagenswert ist jedoch der enorme Zuwachs von Straftaten, die Kinder unter 14 Jahren begangen haben. „Wir mussten schon vorletztes Jahr feststellen, dass das Thema Jugendkriminalität eng mit dem Thema ‚EU-Zuwanderer vom Balkan‘ verbunden ist. Dies gilt ebenfalls für 2017“, erklärt Borgmann. Um einer kriminellen Laufbahn vorzubeugen, agiert die Polizei Hagen präventiv.

Zum einen gehen regelmäßig drei „Jucops“, spezielle geschulte „Jugend-Polizisten“, in die 5. Klassen aller Hagener Schulen, um Werte zu vermitteln und um die Möglichkeiten der Kriminalpolizei darzustellen. Zum anderen wird in Hagen das Präventionsprojekt „Kurve kriegen“ der Landesregierung fortgeführt, das gefährdeten Kindern und Jugendlichen Auswege aus der Kriminalität zeigen soll.

Der „Enkeltrick“

Ein Problem war auch der „Enkeltrick“. Einige Male haben Fremde am Telefon versucht, älteren Menschen am Telefon mit erfundenen Geschichten höhere Geldsummen oder wertvolle Gegenstände zu entlocken. „Hier sind wir besonders auf Aufklärung in den Familien angewiesen. Bei Unsicherheiten kann unsere Kriminalpräventionsstelle jederzeit angesprochen werden und beratend weiterhelfen“, so Borgmann.

Lebenswert

Im Resümee zeigt sich der Kriminaldirektor besonders zufrieden mit dem Rückgang der Eigentums- und Einbruchskriminalität, die er nicht zuletzt auf die Umstrukturierung und Schwerpunktsetzung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückführt. Damit habe man im vergangenen Jahr dazu beigetragen, Sicherheit zu gewährleisten und Hagen „lebenswert“ zu machen.