Künstler Arthur Lange verstorben

In der vergangenen Woche starb der Hagener Künstler Arthur Lange im Alter von 83 Jahren. (Foto: J. Tuschhoff)
In der vergangenen Woche starb der Hagener Künstler Arthur Lange im Alter von 83 Jahren. (Foto: J. Tuschhoff)

Von Jörg Tuschhoff

Hagen. Seine Arbeiten waren nur selten in Ausstellungen zu sehen. Arthur Lange mied die Öffentlichkeit, zog die nachdenkliche Stille und die damit verbundene Geborgenheit der unreflektierten Betriebsamkeit und der oberflächlichen Beliebtheit vor. Was nicht bedeutete, dass er nicht aktiv und konsequent seine Art „visuelles Denken“ darzustellen, weiterentwickelte. In der vergangenen Woche starb der Künstler im Alter von 83 Jahren.

„Wage deinen Kopf an den Gedanken, den noch keiner dachte!“ Für Arthur Lange wurden diese Worte von Friedrich Schiller zum Leitfaden seines künstlerischen Schaffens.

Nach einer Lehre als Dekorations- und Schriftmaler suchte er schnell den Weg in die kreative Freiheit. Seine zunächst abstrakten Bilder fanden Anerkennung in der Öffentlichkeit. In den 50er Jahren folgte die künstlerische Ausbildung: Akt- und figürliches Zeichnen. Das Figürliche begleitete Lange bis heute: Von seinen ergreifend sinnlichen Bleistiftzeichnungen in den 60er und 70er Jahren bis zu aktuellen Bild-Collagen, in denen der Hagener die Möglichkeiten der digitalen Technik für seine Zwecke ausreizt und mit Fotografien Serien aneinander reiht, die ihre eigene Welt ergeben.

Arthur Lange hat in seinem Leben eine Vielfalt verschiedenster künstlerischer Techniken für seine Arbeiten genutzt: als herausragender Zeichner, Fotograf, Maler, Lithograf, Radierer und auch mit plastischen Werken. Immer wieder hat der nicht in eine stilistische Schublade ablegbare Individualist neue Herausforderungen gesucht, ohne seine alten Fähigkeiten zu vernachlässigen.

Die digitale Technik machte ihm, der aus Gesundheitsgründen nicht mehr in der Dunkelkammer mit Chemikalien arbeiten durfte, das Geschenk, wieder mit dem Objektiv sehen zu dürfen. „Der Computer bietet mir tolle Möglichkeiten – auch in Verbindung mit der Malerei“, freute sich der Künstler. Dabei legte er wert darauf, dass er den Computer nicht für künstliche Veränderungen, sondern nur als erweiterte Dunkelkammer nutzte.

Arthur Lange sah seine Bestätigung nicht im Gefallen oder im Verkaufserfolg: „Ein Bild soll kein Schmuckstück sein, sondern vor allem Ausdruck der Idee und der Kreativität.“