Kultopia lädt erneut ins „Romanische Café“ ein

Hagen. (Red./lz) „Wann liest man schon den Namen des
berühmten Berliner Künstlercafés, in dem Erich Kästner viel Zeit verbracht hat,
in einem Veranstaltungsprogramm?“, lobt Hagens Autorin Birgit Ebbert in ihrem
Blog die Auftaktveranstaltung der Reihe „Reminiszenzen ans Romanische Café“, die
im Mai im Kultopia in Hagen Premiere feierte. „Da muss ich hin“, fuhr sie damals
fort.
Denn: Das Romanische Café am Kurfürstendamm – oder „Café Größenwahn“, wie der
Berliner Volksmund es spöttisch-liebevoll nannte – war in den zwanziger und
frühen dreißiger Jahren ein Treffpunkt der Intellektuellen von Berlin.
Musiker, Dichter, Schriftsteller, Maler – sie alle trafen sich hier und waren
beinahe jeden Abend zu Gast. Da viele dieser Künstler in den „Tagen des
Anstreichers“ (Hitler), wie Berthold Brecht es einst formulierte, zum aktiven
Widerstand gehörten, war das Café vor allem bei den Nazis verhasst und
plötzliche unangenehme Besuche standen auf der Tagesordnung.
Dennoch hatte das Café nach Bombennächten, Zusammenbruch und Hungertagen die
Stürme der Zeiten bis in die 1970er Jahre überdauert.
Horst Lappöhn (Gitarre/Gesang und Moderation), Peter Boenig
(Gitarre/Gesang) und Helmut Besten (Cello) haben mit ihrem Auftritt im Mai
bereits das künstlerische Flair mit ihrer literarischen Musikgruppe „Die Neuen
Anonymen Volkswaisen“ neu aufleben lassen. Nicht in Berlin, sodern in Hagen. Zu
einem musikalisch-literarischen Abend mit Gedichten, Chansons und Begegnungen
wie im Romanischen Café der Zwanziger Jahre lädt das Trio nun erneut, um sich
von seinem Programm in eine längst vergangene Zeit mitnehmen zu lassen.
Veranstaltungsort ist wie zuvor auch im Kultopia, Konkordiastraße 23-25 am
Buschey. Los geht es um 20 Uhr. Weiterer Termin: der 16. Dezember, ebenfalls um
20 Uhr.
Im Dezember soll es obendrein ein kleines Weihnachtsspecial geben. Karten
sind an den jeweiligen Abenden im Kultopia erhältlich.