Kurden-Demo in Hagener Innenstadt

Hagen. Unter dem Motto „Frieden“ hat der Kurdische Kulturverein Hagen für den morgigen Samstag, 29. Oktober 2011, einen Aufzug mit Zwischenkundgebung in der Hagener Innenstadt angemeldet. Der Veranstalter erwartet etwa 500 Teilnehmer.

In einem Kooperationsgespräch hat die Polizei mit dem Anmelder folgenden Ablauf vereinbart:

  • 14 Uhr: Versammlung der Teilnehmer in der Bahnhofstraße (Fußgängerzonenbereich)
  • 15 Uhr: Aufzug über Bahnhofstraße – Hindenburgstraße – Elberfelder Straße – Adolf-Nassau-Platz – (dort Zwischenkundgebung) – Karl-Marx-Straße – Körnerstraße bis Kurdisches Zentrum an der Gerberstraße (früher Schmidt im Bunker)
  • Abschlusskundgebung am Kurdischen Zentrum

Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer betont: „Die Hagener Polizei bereitet sich zurzeit intensiv auf den Samstag vor. Ich habe den Leiter der Direktion Gefahrenabwehr, Dr. Bernd Liedtke, mit der Führung diese Einsatzes beauftragt.“

Die Behördenleiterin machte noch einmal deutlich: „Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ist verfassungsrechtlich für Jedermann garantiert. Wir werden an diesem Tag eine friedliche, gewaltfreie Meinungsäußerung im Rahmen der angemeldeten Versammlung unter Wahrung strikter Neutralität gewährleisten.“ Die Hagener Polizei setzt am kommenden Samstag auf Kommunikation und Deeskalation.

Zur geplanten Demonstration bitten Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer und der Oberbürgermeister Jörg Dehm alle Hagener um Toleranz und Verständnis:

Hagen ist eine friedliche und tolerante Stadt. Das Miteinander vieler Kulturen und die Achtung der Werte und Bräuche des jeweils Anderen prägen unser Gemeinwesen seit Jahrzehnten. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung bietet hierfür einen verlässlichen und bewährten Rahmen. Die Bilder der Opfer von Gewalt und Intoleranz hier bei uns und weltweit mahnen uns. Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern nur durch Wachsamkeit und ständigen Einsatz für ihre Verwirklichung im Kleinen wie im Großen aufrecht zu erhalten. Hagen ist eine offene Stadt, in der jeder seine Meinung frei äußern kann, solange er die Würde und die Rechte Anderer respektiert. In Hagen konnte und kann insofern jeder auch für seine Meinung auf die Straße gehen. Und das ist auch gut so. Die Ereignisse, die sich am vergangenen Sonntag nach einer Demonstration abgespielt haben, und die Bilder, die wir davon in den Medien sehen mussten,passen nicht zu unserer Stadt Hagen.Bei uns in Hagen ist kein Platz für Gewalt: Weder gegen Menschen, noch gegen Sachen!

Für den heutigen Samstag ist erneut eine Demonstration in Hagen angemeldet worden. Wir appellieren an alle Beteiligten, sich vor, während und nach der Demonstration friedlich zu verhalten und die Würde und die Rechte Anderer zu achten. Nichts schadet dem eigenen Anliegen mehr als der Versuch, diesem mit Gewalt Gehör zu verschaffen.

Die Hagener Polizei hat für Rückfragen zur Demonstration ab sofort unter der Nummer 0 23 31 / 9 86 15 15 ein Bürgertelefon eingerichtet.