Kurz und knapp: Die Perlen des Sauerlands

Hagen. Das Sauerland zählt zu Deutschlands eindrucksvollsten Kulturlandschaften, war Schauplatz bedeutender Ereignisse und Wirkungsstätte herausragender Persönlichkeiten.
Höhepunkte der sauerländischen Vergangenheit stellt das im Sutton-Verlag erschienene Buch „Sauerland. 55 Highlights aus der Geschichte“ unterhaltsam, spannend und informativ auf 128 Seiten und mit 70 Abbildungen dar. Der Historiker Joachim Nierhoff präsentiert schlaglichtartig 55 außergewöhnliche Menschen, Orte und Ereignisse, die Geschichte schrieben, Impulse verliehen und die Region bis heute prägen. Diese unterhaltsame Reise in die Vergangenheit des Sauerlandes wartet mit klangvollen Namen, stolzen Industriedenkmälern und kulturellen Highlights auf.

Lesen und Nachschlagen

Der Autor hat sein Buch über die 55 Highlights der Sauerländer Geschichte in fünf Themengebiete aufgeteilt: „Sauerländer Landschaft“, „Bräuche und Traditionen“, „Außergewöhnliche Persönlichkeiten“, „Bauten, Museen und Begebenheiten“ sowie „Sauerländer Industriegeschichte“ heißen sie. Jedes der 55 Kapitel nimmt kurz und knapp samt mindestens einem Foto eine Doppelseite ein. Das Ganze liest sich unterhaltsam von vorne nach hinten oder lässt sich sogar als Nachschlagewerk benutzen.

In der hiesigen Region Hagen/Iserlohn hat der Autor gleich neun Orte und zwei Persönlichkeiten – einen Mann und eine Frau – beleuchtet.

Hemer und Iserlohn

Im „Sagenumwobenen Hemer“ räumt er dem Felsenmeer und der Heinrichshöhle genügend Platz ein, betrachtet das Hönnetal („Romantik pur“) und stellt in dessen Nachbarschaft – in Wocklum – die berühmte frühindustrielle Hochofenanlage „Luisenhütte“ vor.

In Iserlohn hält Joachim Nierhoff das Stadtmuseum als Ort „demokratischer Unruhen“ im Rahmen der Revolution von 1848/49 und die historische Fabrikanlage Maste-Barendorf für erwähnenswert. „Wo früher schwere Drahtrollen auf Karren transportiert wurden, um dort zu Ketten, Haken oder Nadeln weiterverarbeitet zu werden, kann man heute die Seele baumeln lassen…“ schreibt er über den Drahthandelsweg von Lüdenscheid nach Iserlohn. Die Schönheiten und Geheimnisse der spektakulären Letmather Dechenhöhle übersieht er jedoch.

In der Volmestadt

Nach Hagen kommt er über die Eisenstraße, die sich von Herdorf im nördlichen Rheinland-Pfalz bis in die Volmestadt erstreckt und links und rechts neben der Autobahn A 45 verläuft. Auf dieser Strecke transportierten laut Nier­hoff schon vor 2500 Jahren die Kelten Eisenerz, das sie im Siegerland gewonnen hatten, um es mithilfe von Holz in sogenannten Renn­öfen zu Eisen zu verschmelzen. In Hagen angekommen besucht Autor Joachim Nierhoff das Freilichtmuseum, das einzige seiner Art in ganz Europa, das sich nur mit der Geschichte von Technik und Handwerk in der Region befasst.

Großes bewegt

Gleich zwei hiesige Persönlichkeiten, die Großes bewegt haben, finden sich im Buch. Ein eigenes kleines Museum in Wetter-Wengern würdigt die Kochbuchautorin und Pfarrershaushälterin Henriette Davidis. Sie griff in ihren Büchern ab 1844 nicht nur Rezepte, sondern auch praktische Themen der Haushaltsführung auf.

Der gebürtige Hasper Friedrich Harkort gehörte zu den ersten weitsichtigen Industrie- und Eisenbahnpionieren des frühen 19. Jahrhunderts. In seiner eisntigen Fabrik- und Werkstattanlage in der Burg über dem nach ihm benannten Harkortsee in Wetter arbeitete er wegweisend an den Herausforderungen der technischen Zukunft und nahm auch die soziale Frage in den Blick.

Das Buch ist unter der ISBN 978-3-95400-942-8 überall im Buchhandel für 19,99 Euro erhältlich.