Lästiges Insekt mit fiesem Stachel

Hagen. (ric) Es geht langsam, aber beständig auf den Herbst zu. Doch die Schattenseite des Sommers bleibt vorerst noch erhalten und bringt weiterhin viele Menschen in Bedrängnis – und zu den Ärzten und Apothekern des Landes: Insekten wie Mücken sind unvermeidbare Begleiter.

Mittlerweile klagen viele Menschen über dick anschwellende Mückenstiche. Und: Die exotische Tigermücke ist nun auch in unseren Gefilden auf dem Vormarsch. Folglich steigt in den Apotheken steigt der Absatz an Kühlgels, die die dicken, brennenden und juckenden Stiche erträglich machen, momentan stark an.

Von stechenden Mücken und dicken Einstichen

Mücken sind vor allem eines: lästig. In Deutschland werden ihre Stiche allerdings als weitgehend ungefährlich eingeordnet. Mittlerweile leiden jedoch immer mehr Menschen unter einer durch den Stich hervorgerufenen allergischen Reaktion – starke Rötungen und Schwellungen sind die Folge.

Um diese unangenehmen bis schmerzhaften Nebenerscheinungen zu vermeiden, sollte die Stelle direkt nach dem Mückenstich desinfiziert werden. Und auch, wenn es noch so schwer ist: Der enorme Juckreiz sollte ignoriert werden – wer kratzt, riskiert eine Entzündung. Denn so können Bakterien leichter durch den aufgekratzten Mückenstich in den Körper eindringen, Infektionen haben leichtes Spiel.

Kommt es zu einer Schwellung, hilft es, die betroffene Hautstelle kühlen. Ein kühlendes Gel aus der Apotheke, ein Coldpack oder ein feuchtes Tuch verschaffen Linderung.

Allergisch?

Starke Rötungen, Schwellungen oder Quaddeln an der Einstichstelle können Symptome für eine allergische Reaktion sein – sie müssen es aber nicht. Kommen jedoch Beschwerden wie ein schwacher Kreislauf, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall hinzu, ist der Gang zum Arzt ratsam: Hier wird geklärt, ob eine Allergie besteht – und ob eine Behandlung durch Antihistaminika oder Cortison nötig ist.

Sofort zum Arzt

Bei schweren Erscheinungen wie Atemnot oder durch den Mückenstich verursachte, große Schwellungen an den Augen, Mund oder Hals, sollten Betroffene sofort einen Notarzt aufsuchen. In diesem Fall zählt jede Sekunde.

Warum kommt es zu diesen Reaktionen?

Grund für eine allergische Reaktion ist oftmals die Zusammensetzung des Speichels der Mücken. Gelegentlich wird auch die – wissenschaftlich nicht bewiesene – Annahme, dass Mücken durch die Umweltverschmutzung mit Schadstoffen belastet sein könnten, verbreitet. Träfe dies zu, würden die Insekten die Schadstoffe an den Menschen weiterleiten.

Exotische Mücken in Deutschland

Doch lauert eine neue Gefahr? Studien konnten belegen, dass exotische Mückenarten nun auch in Europa beheimatet sind – der Klimawandel macht es möglich. Die milderen Winter und häufigere Niederschläge sind sehr gute Bedingungen für exotische Insekten. Und tatsächlich geht von diesen asiatischen Tigermücken eine Gefahr aus – sie können Tropenkrankheiten übertragen.

Wie akut ist die Gefahr?

Die Studien stellten fest, dass neben Deutschland auch Belgien und die Niederlande zur neuen Heimat der Tigermücken zählen. Die Ausbreitung der exotischen Tigermücke wird hier strengstens überwacht, Tropenfieber und Denguefieber gab es bislang zwar, jedoch nur vereinzelt. Eine akute Gefahr geht von den Tigermücken derzeit nicht aus. Erstens benötigen die Tiere eine Infektionsquelle. Zweitens sind sie noch nicht völlig in Deutschland und den Nachbarländern angesiedelt. Stattdessen wurden sie nur vereinzelt beobachtet. Allerdings halten es Forscher und Experten für durchaus möglich, dass sich dies beizeiten ändert.