Leather Brothers auf Jubiläumstour

Die “Leather Brothers & one sister” gehen in diesem Jahr auf Jubiläumstour: Schon seit 50 Jahren gibt es die Hagener Band. Auftakt-Auftritt ist am Samstag, 2. März, in Haspe. (Foto: Leather Bothers)

Hagen. (anna) Fünf Musiker haben sich 2006 wieder zusammen gefunden, um die “Leather Brothers & one sister” neu erstehen zu lassen: Die Ruttkamp-Brüder Reiner und Peter mit Schlagzeuger “Didi”, Gitarrist ColinB, Sängerin Ina Wehberg und Bassist Werner Dehnert. Ziel ist es, nicht nur die Beat-Band weiterleben zu lassen, sondern die Qualität der Musik aufzufrischen. Das alte Programm der 60er Jahre ist erhalten geblieben, aber es werden auch immer wieder viele neue Songs einstudiert. Die Leather Brothers bleiben ihrem Motto “Einmal Beatnik – immer Beatnik” treu.

„The Leather Brothers & one sister“ feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum mit einer Tournee. Das Auftakt-Konzert findet am Samstag, 2. März 2013, um 20 Uhr im „Wohnzimmer“ der Leather Brothers, im „Haus Hülsche“, Talweg 10, in Haspe statt. Der Eintritt ist wie immer frei. Gemeinsam mit ihrem Publikum möchten „The Leather Brothers & one sister“ 2013 wieder in die Welt der Beat-Musik der 60er Jahren eintauchen.

Nach 40 Jahren

Nach über vierzig Jahren fanden sich die Musiker tatsächlich wieder zusammen und ließen alte Zeiten lebendig werden. Sie kauften sich neue Gitarren, die alten waren längst verkauft, und fingen trotz Alterdiskriminierung und Jugendwahn mit Esprit, Engagement und Lebenslust wieder an, die Musik zu machen, deren Virus sie in den 60er Jahren infiziert hatte. Die Leather Brothers waren wieder da.

„Die Jugendszene der 60er Jahre ist zwar etwas älter geworden, aber das Feiern haben wir alle nicht verlernt. Wir freuen uns auf viele fröhliche Stunden während unserer Jubiläumstour durch die Region“, meint Peter Ruttkamp.

Die Leather Brothers 1963 im „Nordpol“ am Remberg. Hier ging seinerzeit samstags die „Luzie“ ab. (Foto: Leather Brothers)

Gründung 1963

Es ist die Zeit des Aufstands der Jugend gegen den Muff der Eltern-Generation. Gegen die scheinbar heile Welt der Wiederaufbaujahre mit ihren eingefahrenen Strukturen zwischen Heimatfilm, Adenauer und Gelsenkirchener Barock. Denn plötzlich schwappt eine Welle aus England und den USA nach Deutschland über. Sie reißt die Jugendlichen auch hierzulande mit, versetzt sie in einen Rock-und-Roll- und Beatmusikrausch. Sie revolutioniert nicht nur die gesamte Musikrichtung der Popmusik, sondern gleichzeitig auch das Lebensgefühl der jungen Leute. Bands schießen wie Pilzköpfe aus dem Boden, ahmen ihre großen Vorbilder nach. Die Welle schwappt 1963 auch ins verträumte Schalksmühle, wo die Brüder Peter und Reiner Ruttkamp die Band Leather Brothers gründeten. „Der Hamburger Star-Club war seinerzeit das Mekka der Beatszene in der Republik“, erzählt Peter Ruttkamp, „und den dort geprägten Sound übernahmen wir und pflegen ihn bis heute. Fünf Männer, die nur eins im Sinn haben: Beatmusik.“

Nach einiger Zeit gehörten die Jungs nicht nur in Hagen zum festen Bestandteil der Hagener Szene, sondern auch in umliegenden Orten waren die Leather Brothers regelmäßig in bekannten Lokalen anzutreffen. Es dauerte nicht lange, da spielten sie in jeder Kneipe, in jedem Club der Region. Damals gab es überall Livemusik. Die Konkurrenz war riesig. Und das Publikum war gnadenlos. „Wenn die ’Kinks’ beispielsweise unter der Woche ’ne neue Single ’raus gebracht hatten, dann mussten wir die Nummer spätestens am Wochenende drauf haben. Ansonsten durften wir die Instrumente gleich wieder einpacken“, erinnert sich Peter Ruttkamp.

In alle Winde

Bis etwa 1969 dauerte die Glanzzeit der Leather Brothers. Dann zerstreuten sich die Musiker durch Beruf, Bundeswehr und Heirat in alle Winde. Gleichzeitig eroberten neue Musikrichtungen die Szene. Erst vierzig Jahre später kamen die Jungs wieder in alter Besetzung zusammen. Im Laufe der Jahre wechselte im geringen Umfang die Besetzung, doch der Stil und die Interpretation der Songs der 60er Jahre sind bis heute konstant geblieben. Dass diese Musik immer noch gut ankommt, beweisen die vielen erfolgreichen Auftritte des letzten Jahres. Die über 60-Jährigen sind stolz auf ihre Leistungen und wollen noch lange so weiter machen.

Die heutige Besetzung besteht aus Peter Ruttkamp (Gesang), Reiner Ruttkamp (Gitarre), Dietmar Göbel (Drums), ColinB Keim (Sologitarre), Werner Dehnert (Bass/ Saxophon) und Ina Wehberg (Gesang).