Leben mit Parkinson

Hagen. (Red./tau) Deutlich verlangsamte, eckige, steife Bewegungen, starkes Zittern, eine gebeugte Haltung und ein maskenhafter Gesichtsausdruck – eine Parkinson-Erkrankung lässt sich nicht verbergen. Schließlich steht im Mittelpunkt der Hauptsymptome immer die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen.

Der Grund dafür ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn, die Dopamin bilden. Im Zusammenspiel mit anderen Botenstoffen ist es maßgeblich an der Steuerung von Körperbewegungen beteiligt.

Nicht heilbar, aber behandelbar

Bis heute ist Parkinson nicht heilbar, aber die Krankheit lässt sich mit Medikamenten behandeln, die den Dopaminmangel ausgleichen.

Trotz wirksamer Medikamente kann es jedoch auf Dauer zu erneuten Bewegungsstörungen kommen, da die Krankheit trotz Behandlung fortschreitet. Dann ist eine Anpassung der Therapie erforderlich, die sorgfältig auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden muss.

Wie Betroffene trotz Wirkungsschwankungen beweglich bleiben, dazu informieren Neurologen am Lesertelefon zum Welt-Parkinson-Tag 2016 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Parkinsonvereinigung (dPV) am Donnerstag, 14. April, von 10 bis 17 Uhr. Die kostenfreie Rufnummer lautet: 0 800 / 0 60 40 00.

Wie eingefroren – von jetzt auf gleich

Dass Patienten mit Parkinson wieder zu einer guten Beweglichkeit kommen, verdanken sie vor allem dem Wirkstoff L-Dopa. Die aktuellen Behandlungsleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie führen ihn als „das wirksamste Medikament für die Behandlung“ auf. Tatsächlich spricht ein großer Teil der Patienten auf die Therapie sehr gut an: die Bewegungsstörungen gehen zurück, die Lebensqualität nimmt wieder zu.

Aber zum einen schreitet die Erkrankung trotz der Medikamentengabe weiter fort, zum anderen verliert das Gehirn im Laufe der Zeit die Fähigkeit, Wirkstoffschwankungen abzupuffern. Die Folge: Schon bevor die nächste Medikamentendosis eigenommen werden müsste, treten innerhalb kurzer Zeit Bewegungsstörungen auf.

Individuelle Behandlung notwendig

Für die Betroffenen sind die Wirkungsschwankungen eine große Belastung in der Bewältigung ihres alltäglichen Lebens. Besonders die nächtlichen und frühmorgendlichen, oft schmerzhaften Bewegungseinschränkungen machen ihnen zu schaffen. Ob, wann und in welcher Ausprägung solche Akinesen trotz laufender Therapie auftreten, hängt von vielen individuellen Umständen ab: Neben dem Lebensalter spielen die medizinische Vorgeschichte und andere Medikamente ebenso eine Rolle wie der Alltag des Patienten und die Art und Ausprägung seiner Beschwerden. Ebenso individuell muss die Therapie ausgerichtet sein, die der behandelnde Arzt mit dem Patienten gemeinsam festlegt. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ist häufig die Kombination mehrerer Wirkstoffe unterschiedlicher Klassen notwendig, um eine möglichst gleichmäßige Wirkung über den gesamten Tag und die Nacht zu erreichen. Eine weitere Therapiemöglichkeit kann ein operativer Eingriff sein, die so genannte Tiefenhirnstimulation.

Antworten auf alle Fragen rund um die Therapie geben die Experten am Lesertelefon:

  • Univ.-Prof. Dr. Lars Timmermann; Facharzt für Neurologie, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsklinik Köln;
  • Prof. Dr. Wolfgang Greulich; Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Geriatrie, Ärztlicher Direktor der Helios-Fachklinik für neurologische und neurochirurgische Rehabilitation, Hagen-Ambrock;
  • Prof. Dr. Dirk Woitalla; Facharzt für Neurologie, Chefarzt der Klinik für Neurologie, St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh, Essen;
  • Dr. Patea Pape; Fachärztin für Neurologie, Rehabilitationsmedizin und Verkehrswesen, Leitende Ärztin des NTC (Neurologisches Therapiecentrum) Köln;
  • Priv.-Doz. Dr. med. Niels Allert; Neurologe, Oberarzt am Neurologischen Rehabilitationszentrum Godeshöhe, Bonn;
  • RA Friedrich-Wilhelm Mehrhoff; Geschäftsführer der Deutschen Parkinson-Vereinigung (dPV), Neuss.