Lebensqualität mit Sport verbessern

Haspe. (san) Sport kann chronische Erkrankungen zwar nicht heilen, aber er kann die Lebensqualität deutlich steigern. Das wissen all diejenigen zu schätzen, die sich meist auf ärztlichen Rat hin in den verschiedensten Reha- und Bewegungsgruppen zusammenfinden.

Physiotherapeutin Indra und BiB-Abteilungsleiterin Eveline Lausch freuen sich, den Parkinson-Erkrankten vor Ort ein sportliches Angebot machen zu können. (Foto: Schievelbusch)

Doch das Angebot ist nicht immer stimmig und ausreichend für so manch’ Betroffenen. Das findet auch der TSV Berge-Westerbauer und will mit einem neuen Kurs an den Start gehen, der vor Ort Mangelware ist: Sport bei Parkinson.

Die nach dem englischen Arzt James Parkinson benannte Krankheit, bei der spezielle Nervenzellen absterben, äußert sich mit weitaus mehr Symptomen als die landläufig damit verbundene Schüttellähmung. Oftmals sind es vielmehr die arg verlangsamten Bewegungen – verursacht durch Muskelsteifheit -, manchmal eine bereits um Jahre vorausgehende niedergedrückte Stimmung. Diese enorme Antriebslosigkeit ist mit der größte Feind für einen halbwegs zu bewältigenden Alltag.

Gegen die Antriebslosigkeit

Ohne Medikamente geht es bei Parkinson gar nicht, aber je nach Grad der Erkrankung und Einstellung auf die medizinischen Mittel kommen die zwischen 300.000 und 400.000 Betroffenen in Deutschland mal mehr, mal weniger zurecht. „Sport ist das A und O, um in vielfältiger Hinsicht besser mit Parkinson zu leben,“ weiß Physiotherapeutin Indra, die im BiB-Center den Kurs betreuen wird. Inhalte werden Übungen zur Verbesserung und Erhalt der Beweglichkeit sein sowie die Schulung von Gleichgewicht und Wahrnehmung. Die allgemeine Ausdauer wird ebenso trainiert wie Alltagsbewegungen, Entspannungseinheiten sind auch dabei.

Neben der körperlichen Aktivität, die zudem zur Verbesserung der Herz-Kreislauf-Situation beiträgt, wird vor allem das Selbstvertrauen gefördert. Das wiederum ist immens wichtig für die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte. Aber die Sportgruppe selbst bietet ja schon Raum für gemeinsames Erleben. „Ein Standardprogramm kann es hierbei natürlich nicht geben. Jeder Betroffene ist anders krank und bekommt daher auch ganz individuelle Wege aufgezeigt,“ so die langjährig in der Neurologie tätige Übungsleiterin.

Auch Rollstuhlfahrer

In der Regel greift diese noch nicht nach ihren Ursachen erforschte Krankheit im Alter zwischen 50 und 60 Jahren um sich. Mitunter gibt es aber auch jüngere Betroffene. „Das Angebot im BiB richtet sich natürlich an alle Interessenten, gleich welchen Alters. Auch können sich Rollstuhlfahrer und Rollator-Benutzer genauso beteiligen wie diejenigen, die gänzlich zu Fuß unterwegs sind,“ ermutigt BiB-Abteilungsleiterin Eveline Lausch alle noch nicht „versorgten“ Parkinson-Kranken, einmal vorbei zu schauen. „Auch die Angehörigen empfinden es als entlastend, sehen sie die Lebensfreude ihrer Lieben wieder steigen,“ weiß sie zu berichten.

Der Kurs soll immer dienstags um 15.30 Uhr im behindertengerechten BiB-Center des TSV Berge am Hüttenplatz 3 mitten in Haspe stattfinden. Ein erstes Hineinschnuppern bei einer lockeren Informationsrunde können Interessierte am Dienstag, 12. März 2013, ebenfalls um 15.30 Uhr. Eine Anmeldung hierzu ist nicht erforderlich.

Wer weitere Informationen wünscht, beispielsweise zur möglichen Krankenkassenbezuschussung, kann sich unter der Rufnummer 02331 / 4849-721 bei der Abteilungsleiterin melden.