Leere Läden, leere Gleise, leere Kasse

Hagen. (tau/ME) Puh, das war eine Woche der langen Gesichter in Hagen. Besonders lang waren sie in der neuen Rathaus-Galerie. Schon am Dienstagmorgen standen Tausende heimische und auswärtige Kaufwillige vor verschlossenen Türen – die Rathaus-Galerie hatte eigentlich große Eröffnung feiern sollen. Aufgrund zahlreicher Brandschutzmängel entschlossen sich Stadtspitze und Betreiber jedoch zu einem mutigen Schritt: Die neue Mall bleibt vorerst eine Baustelle – bis auf den Elektro-Riesen Saturn, er hat pünktlich geöffnet und sah am Dienstag über 50.000 Kunden.

Wie lange die Behebung der technischen Probleme dauern wird, ist unklar. Einen neuen Termin mochte man bislang noch nicht bekannt geben, das Late-Night-Shopping am 7. November soll allerdings stattfinden. Wenn auch vielleicht noch nicht mit allen rund 70 Shops. So oder so: der Investor aus München hat sich arg blamiert – er hatte übrigens jene Brandschutzfirma beauftragt, die auch schon am Berliner Flughafen BER tätig war…

Mittwoch

Schlechte Laune auch am Mittwoch bei den Pendlern, die starrten nämlich auf leere Gleise: Die Lokführer streikten wieder – für mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten. Ab 14 Uhr blieben deutschlandweit flächendeckend 14 Stunden lang die Züge stehen, im Fern- ebenso wie im Regionalverkehr. In Hagen waren am Nachmittag bereits erste Auswirkungen zu spüren. Je später der Tag, desto mehr Züge fielen wegen des Streiks aus. Die Quote lag um 17.30 Uhr bei 50 Prozent.

Erst ein grünes, dann ein langes Gesicht machte auch der Räuber, der am Mittwoch gegen 21.20 Uhr eine Tankstelle an der Enneper Straße überfallen hat. Mit einer Halloweenmaske bedeckt und einem Rohr bewaffnet, bedrohte er die Kassiererin und forderte Bargeld von ihr. Als sie ihm sagte, dass sie kein Geld habe, riss er die gesamte Kasse heraus und flüchtete. Seine Beute betrug allerdings nur ein paar wenige Münzen. Täterbeschreibung: dunkelblond, 30 bis 35 Jahre, ca. 175 cm groß, schmal, schwarze Leggings oder Jogginghose sowie dunkle Jacke und dunkle Sporttasche. Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter Tel. 02331 / 986-2066 entgegen.

Donnerstag

Ein langes Gesicht machten auch die Vertreter der Stadt Hagen vor dem Oberlandesgericht in Hamm. Hier wurde am Donnerstag über die Räumung des im Weg stehenden rosa Hauses an der Kuhlestraße verhandelt. Die Richter mochten sich nicht „mal eben“ in einer Eilentscheidung auf die Seite der Stadt Hagen schlagen – deshalb kann die Bahnhofshinterfahrung nicht wie geplant durchgezogen werden. Zur Erinnerung: Es geht um ein der Stadt Hagen gehörendes Haus, das schon seit einiger Zeit abgerissen werden soll. Darin wohnt eine Großfamilie, die zwar keine Miete zahlt, aber gegen die Räumung klagt. Nun muss die Stadt die reguläre Entscheidung des Landgerichts Hagen am 22. Januar abwarten. Bis dahin wird um das Haus „herum“ gebaut, so gut es geht.