Lichtkünstler aus Leidenschaft

Hagen. (nic) Er ist ein Mann mit einem ausgefallenen Beruf – und er setzt die Dinge ins rechte Licht. Wolfgang Flammersfeld ist Lichtkünstler aus Leidenschaft und vielen Hagenern durch die prachtvolle Illumination des Schlosses Hohenlimburg im Rahmen der jährlich stattfindenden Lichtspiele bekannt.

Insbesondere den Hagenern ist Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld bekannt durch die Illumination des Schlosses Hohenlimburg. (Foto: Nicole Stember)

Vor wenigen Monaten erst hat er das Hohenlimburger Schloss in ein schaurig grün beleuchtetes Geisterreich verwandelt, vor wenigen Tagen gestaltete er mit seinem Team den Lichterzauber in Arnsberg, und schon stehen weitere Projekte in der Region und deutschlandweit an. Im Herbst warten unter anderem die Stadtlichter Unna und der Lichtgarten Hemer (Sauerlandpark) auf ihn, Ende des Jahres der Palmengarten in Frankfurt und die Höhlenlichter in Iserlohn (Dechenhöhle).

Alltag beleuchten

Seit nunmehr fünf Jahren widmet der 59-Jährige seine Energie der Illumination von Dingen und Materialien des täglichen Lebens. Gebäude und Parks lässt er in neuem Glanz erstrahlen, gibt ihnen durch seine Lichtspiele ein anderes Gesicht, verwandelt sie, verpasst ihnen eine abweichende Geschichte. Aber auch Stühle, Fahhräder, mit Haushaltsfolie umwickelte Quadrate oder Fenster können in seinen Fokus rücken.

Wolfgang Flammersfeld hat ursprünglich eine Ausbildung als Dozent für Rockmusik absolviert, ist selbst Gitarrist. „Es ist aber schwierig, beruflich in der Musik Fuß zu fassen“, erklärt er. Also wechselte er in den Event-Bereich, organisierte unter anderem die BVB-Meisterfeiern. „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, die Aufträge anderer umzusetzen, ich wollte meine eigenen Ideen im künstlerischen Bereich verwirklichen“, erinnert sich Flammersfeld an die Anfänge. Als Eventmanager und auch als Musiker war ihm aufgefallen, dass die lichttechnische Begleitung häufig mangelhaft war, also nahm die Idee erste konkrete Formen an: „Ich mache etwas in ’Sachen Licht’.“ Das technische Know-how brachte er durch seine vorherige Arbeit mit. Doch viel wichtiger ist es bei Lichtprojekten, das richtige Auge für Schattierungen, Farben und Farbzusammenspiel zu haben – und das hat Wolfgang Flammersfeld. Auf ein Projekt freut sich der Künstler besonders: Die Illumination der Staumauer am Möhnesee zum 100. Geburtstag im Jahr 2013.

Erst Ruhe, dann Ideen

„Die Idee zählt“, betont der Familienvater, und die Ideen sprudeln insbesondere nach einer Ruhephase. Es kann aber auch sein, dass Wolfgang Flammersfeld noch während eines Aufbaus neu gereifte Ideen umsetzt und kurzfristig Änderungen vornimmt, je nach örtlichen Voraussetzungen. Mittlerweile hat auch seine Frau Britta die Leidenschaft für die Lichtspiele gepackt. Sie widmet sich verstärkt Videoproduktionen rund ums Licht. Eine Produktion konnten die Besucher der letzten Lichtspiele auf Schloss Hohenlimburg bereits sehen.

Eine Sache würde Wolfgang Flammersfeld besonders reizen: „Am liebsten möchte ich einmal Wasser zum Leuchten bringen, machen, dass sich das Wasser wirklich färbt“, aber das sei lichttechnisch nicht möglich. Doch wer weiß: Vielleicht erstrahlt bald die Volme in neuem Glanz…