Gevelsberg. (san) Schier überwältigt waren die Macher des Luther-Musicals im vergangenen September, als sie den Besuchern zur Uraufführung die Pforten der Hasper Kirche öffneten. Mit einem Andrang von vielen hundert Menschen hatten sie nicht gerechnet…

Aus Sicherheitsgründen mussten daher über einhundert Besucher draußen bleiben. Für sie und alle weiteren Interessierten wird es nun zwei zusätzliche Aufführungen dieses mit nimmer enden wollendem Applaus gefeierten Werks geben:

In der evangelischen Gemeinde in Berge, Zum Berger See 120, stehen die rund einhundert Mitwirkenden am Samstag, 3. Februar, 18 Uhr, und am Sonntag, 4. Februar, 16 Uhr, wieder auf der Bühne.

Dass Hagens größte evangelisch-lutherische Gemeinde einen besonderen Beitrag zum Lutherjahr leisten wolle, da waren sich die Nachbarn in Haspe schnell einig. Und mit der seit 2010 bestehenden, knapp 20-köpfigen Jugendband „The Mix Up“ stand auch gleich ein Grundgerüst für ein Musik-Projekt parat. Mutig machten sich Bandleiter Rüdiger Tamm und seine Musiker an die Umsetzung eines modernen Musicals über das Leben des Reformators.

(Foto: Jürgen Schäfer)

Dass „The Mix Up“ Lieder komponierte, Texte schrieb und probte, war eine Sache. Einen großen Chor aus Freiwilligen zu rekrutieren – da hatte Ehrenamtler Tamm zunächst größeres Bauchweh. Dem ersten Aufruf folgten jedoch gleich rund dreißig Singwillige, letztlich wuchs der Chor auf über fünfzig Mitglieder an!

Zunächst gab es getrennte Proben für die Stimmen mit einem Vocalcoach; die Band und auch die Erzähler übten für sich. „Dann kam der spannende Augenblick, wo wir gemeinsam probten,“ erinnert sich Saxophonist Isidor Lampasone, langjähriges Mix-Up-Mitglied. Das nun auch mit Nähe zum Aufführungstermin mindestens wöchentlich.

„Natürlich wäre das ganze Projekt nicht möglich gewesen ohne großzügige Sponsoren,“ weist Tamm auf einen weiteren wichtigen Punkt hin. „Neben unserer Landeskirche waren auch die Hasper Bezirksvertretung, die Sparkasse und die Sparda-Bank an der finanziellen Umsetzung des Musicals beteiligt.“ Besonders die Technik war ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Entstanden ist eine unterhaltsame Reise durch Martin Luthers Leben. Mit vielen gehaltvollen wie eingehenden Songs, aber auch vielen gesprochenen Luthertexten, gar ein bisschen Goethe. „Natürlich sollte die christliche Verkündigung nicht außen vor bleiben, man kann das Musical mitunter auch als eine moderne Gottesdienstform ansehen,“ so Gesamtleiter Rüdiger Tamm. „Allein das Proben hat schon ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen. So etwas gibt eine schöne Bestätigung“, so der Gemeindemitarbeiter.

„Dafür, dass hier keine Profimusiker am Werk waren und alle Beteiligten neben ihren Beruf- und Schulverpflichtungen Zeit abknapsen mussten, ist etwas Großartiges heraus gekommen“, freut sich Student Lampasone. „Als wir nach der Aufführung den donnernden Applaus bekamen, war das ein ganz besonderes Gefühl.“

Eine zweite Chance, dieses besondere Musical zu bestaunen und zu genießen, ist nun den Besuchern am kommenden Wochenende in Berge gegeben. Und auch die vielen Mitwirkenden haben eine verdiente Gelegenheit, ihr erarbeitetes Werk zu Ehren Luthers erneut zu präsentieren. Der Eintritt ist übrigens kostenlos.