Luthers Waschsalon: „Heilig Abend“-Frühstück

Luthers Waschsalon
Die SPD-Ratsfraktion vor Ort in Luthers Waschsalon an der Körnerstraße. Hier können Obdachlose und arme Menschen ihre Wäsche waschen, während sie im Gastraum ein Frühstück erhalten. (v.l.): Prof. Dr. Theo Scholten (Luthers Waschsalon), Dietmar Thieser, Ilona Ladwig-Henning (Leiterin der Einrichtung), Claus Rudel, Peter Mervelskämper (ehrenamtlicher Helfer), Ramona Timm-Bergs, René Röspel, Jörg Meier, Markus Uhlenbrock (Ehrenamtler) und Christian Mechnich. (Foto: SPD Hagen)

Hagen. Ein gutes Frühstück, Gespräche mit anderen Gästen, eine heiße Dusche, saubere Wäsche – es gibt viele gute Gründe, warum zweimal in der Woche 100 bis 150 Gäste Luthers Waschsalon in der Nähe des Hagener Hauptbahnhofs aufsuchen.

„Dazu gehört natürlich auch, dass unsere ehrenamtlichen Helfer immer ein offenes Ohr haben und bestrebt sind, die kleinen und großen Probleme unserer Besucher zu lösen“, lobt Einrichtungsleiterin Ilona Ladwig-Henning sowohl das große ehrenamtliche Engagement als auch die Spendenbereitschaft der Hagener Bürger.

Medizinische Versorgung

Zum Team gehört auch Prof. Dr. Theo Scholten. Der ehemalige Chefarzt verweist stolz auf die Praxiseinrichtungen in der 1. Etage des Hauses an der Körnerstraße. „Es ist wohl einmalig, dass wir hier neben einer allgemeinen Arztpraxis auch Zahnmedizin anbieten können.“ Darüber hinaus seien die ehrenamtlich tätigen Ärzte, Pfleger und Helferinnen mit dem Arztmobil an verschiedenen Standorten in der Stadt vor Ort. Kürzlich konnte dank einer großzügigen Spende ein neues Fahrzeug angeschafft werden.

Anlaufstelle für viele

Für die Mitglieder der SPD-­Ratsfraktion, die an diesem Abend gemeinsam mit ihrem Bundestagsabgeordneten René Röspel zu einem vor-Ort-Termin in den Waschsalon gekommen sind, stellen sich viele Fragen angesichts der Vielzahl der Menschen, die von der mittlerweile seit zwanzig Jahren bestehenden Einrichtung Gebrauch machen. „Das Spektrum ist breit“, erläutert Ilona Ladwig-Henning. „Zu uns kommen neben wohnungslosen Menschen Rentner, Alleinerziehende und Hartz-IV-Empfänger. Menschen, die einsam und krank sind, ob psychisch belastet oder suchtkrank. Verstärkt nehmen Menschen aus Südosteuropa unser Angebot wahr.“

Die vielschichtigen Probleme machten es aber oft sehr schwierig, grundlegend für Linderung oder gar Abhilfe zu schaffen. Natürlich stehe die Einrichtung in gutem Kontakt mit dem Jobcenter und anderen städtischen und karitativen Einrichtungen. Doch könne beim Blick auf das spezielle Klientel selbst die beste Vernetzung nur selten dazu beitragen, die Menschen aus ihrer schwierigen Lebenssituation herauszuführen.

Finanziert aus Spenden

„Wir sehen ja, wie intensiv unser kostenloses Angebot genutzt wird. Dabei geht es nicht immer nur um die Mahlzeit oder die Körper- und Wäschepflege. Die Menschen kommen hierher, um ihrer sozialen Isolation für ein paar Stunden zu entfliehen, zu reden, zu singen, zu spielen“, weist Ehrenamtler Peter Mervelskämper auf die menschliche Komponente hin. Wer dieses Miteinander beim Frühstück oder auch während der verschiedenen Veranstaltungsangebote wie gemeinsames Kochen, kreatives Gestalten oder Singen einmal miterlebt, der könne auch verstehen, was diese Einrichtung leiste. Finanziert rein aus Spenden und getragen von ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Davor darf Hagen die Augen nicht verschließen“, mahnt Peter Mervelskämper.

Emotionale Momente zu Weihnachten

Der Winter und die Weihnachtszeit seien sowohl gesundheitlich als auch emotional für die Gäste von Luthers Waschsalon eine schwierige Zeit. Neben Beratung, Pflege und den medizinischen Sprechstunden sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die laut Leiterin Ilona Ladwig-Henning oftmals persönliche Zugänge zu den Gästen gefunden haben, besonders gefordert.

„Daher bieten wir vor Weihnachten hier auch einen Gottesdienst an und am Heiligen Abend beschenken wir unsere Gäste traditionell mit einem besonders vielfältigen Frühstücksangebot.“

Ramona Timm-Bergs, Vorsitzende des Sozialausschusses, bedankte sich für den Einblick und sagte der Einrichtung ihre volle politische Unterstützung zu. Die SPD-Ratsfrau will bei einem der nächsten Frühstücks­termine als Helferin die Gäste bedienen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.