Auf dem Segway durchs Ruhrtal

Wetter. (ME/hc) „Beide Hände an den Lenker, Augen nach vorn, dann ein Fuß auf die Trittplatte und den zweiten zügig nachziehen“, so lauteten die Anweisungen von Dirk Welter an Wk-Redakteur Heiko Cordes am vergangenen Mittwoch, 18. April.

Daumen hoch für die Segway-Tour in Wetter. Egal ob als Neubürger oder alteingesesser Wetteraner: die Fahrt lohnt sich auf jeden Fall. (Foto: privat)

Der Zeitungsmann durfte an der Seite von sechs Medienkollegen die Segway-Tour „Harkorten“ des Stadtmarketing-Vereins testen.

Dirk Welter von „vorwärts! tour&ruhr“ ist Veranstalter von Segway-Touren; er gab nicht nur die technische Einweisung für das motorisierte Gerät, sondern führte die Gruppe auch als Guide an.

Während Markus Drüke vom Stadtmarketing Wetter und Bürgermeister Frank Hasenberg binnen weniger Sekunden fast perfekt auf dem Segway unterwegs waren, lief es bei Cordes eher „wackelig“. Schon beim Aufsteigen drehte sich das Segway ungewohnt, doch Welter blieb ruhig und mahnte: „Lenker gerade halten.“

Kaum stand der Redakteur auf dem Segway, folgten weitere Korrekturen. „Die Füße stehen nicht parallel! Nicht so weit nach vorn!“ Trotz des warmen Frühlingswetters wurde Cordes kalt. „Schaffe ich das überhaupt?“ fragte er sich. Nach zwei Minuten Ausprobieren gab es zwei Erkenntnisse: 1. Irgendwie wird es schon klappen, 2. die Segways sind ganz schön schnell.

Klingt einfach

Welter erklärte anschließend das Verhalten in der Gruppe. Man müsse hintereinander fahren, sagte er, wie an einer Perlenschnur. Immer genügend Abstand lassen, zirka fünf bis sechs Meter. Und wenn vorne einer etwas langsamer fährt, dann ebenfalls langsamer werden. Klingt einfach. Mit ein bisschen Routine ist es das auch.

Am Anfang der Tour merkte man allen Teilnehmern an: So ganz geheuer war ihnen das Gerät noch nicht. Doch mit zunehmender Dauer änderte sich das. Die Geschwindigkeit lag auf gerader, gut asphaltierter Strecke bei knapp 19 km/h.

Wenn keine Fußgänger oder Radfahrer in Sicht waren, konnte man problemlos auch mal einen Blick zur Seite riskieren: Der Harkortsee samt Viadukt oder der Hengsteysee – tolle Landschaft, tolle Ausflugsziele und einfach zum Genießen schön. Pause wurde im Wasserschloss Werdringen gemacht, damit sich alle einmal die Beine vertreten konnten. Denn: je länger man auf dem Segway steht und je schlechter der Untergrund ist, desto anstrengender wird es.

Nicht übermütig werden

Apropos Untergrund. Tourführer Welter traute den Teilnehmern ganz schön viel zu. Ein Waldweg mit Schotter und bergauf – diese Aufgabe meisterten alle bravurös, obwohl beim Anblick der Steigung ernsthafte Zweifel an der Urteilskraft des Guides aufkamen. Dass dieser Weg durchaus Teil der regulären Tour ist, bestätigte Ralf Blomberg vom Stadtmarketing.

Der hat bei der gemeinsamen Erkundungstour mit Welter auf rutschigem Untergrund an genau dieser Stelle die Bodenhaftung verloren und musste vom Segway abspringen. Deshalb warnte er auch: „Nach einiger Zeit wird man übermütig. Man denkt, dass man es nun kann, aber dann passiert es auch schon.“

Alle Segway-Neulinge zeigten nach dem Großteil der Fahrt einen deutlich sichereren Fahrstil, neigten aber auch tatsächlich dazu, mehr Risiko zu suchen. Auffahren, mit einer Hand lenken oder mit mehr Tempo – alles wurde einmal ausprobiert. Aber keiner wagte zu viel, was nach der Tour ein Sonderlob von Welter einbrachte: „Ihr wart eine sehr disziplinierte Gruppe“, erklärte der Tourguide. Am Ende der Tour wollte keiner vom Segway absteigen, zu groß war der Spaßfaktor.

Segway ist der fast ideale Zeitvertreib in der Freizeit. Man ist draußen, kann das herrliche Wetter genießen, sich eine tolle Landschaft anschauen und lernt so ganz nebenbei die Heimatregion besser kennen.