Hagen. (cs) Etwas Magie, ein bisschen „Disney“, atemberaubende Musik und ganz viel Gefühl: Cinderella kommt wieder auf Hagens Theaterbühne – nach dem Märchen von Charles Perrault und der Musik von Sergej Profkofjew, inszeniert vom neuen Ballettdirektor Alfonso Palencia. Premiere ist am Samstag, 14. April, um 19.30 Uhr im großen Haus des Theaters Hagen.

Handlungsballett

Die grobe Handlung von Cinderella kennt wohl ein jeder – obgleich sich die Märchen von Charles Perrault und den Gebrüdern Grimm in einem Detail unterscheiden: Die Grimm‘sche Version lebt vom Bild der Bestrafung, Perraults Schwerpunkt ist die Vergebung. Hagens Ballettdirektor Alfonso Palencia hat sich für letztere entschieden und schwärmt von seiner zweiten Balett-Inszenierung am Theater Hagen: „Ich liebe die Musik von Sergej Prokofjew und die Geschichte von Cinderella. Außerdem liegt es mir am Herzen, die Tradition von Handlungsballett zu erhalten, es erzählt Geschichten durch Tanz, das ist wunderbar.“

Stiefschwestern-Rollen mit Männern besetzt

Die Uraufführung von Cinderella fand 1945 im berühmten Bolschoi-Theater in Moskau statt, bevor drei Jahre später die erste westliche Inszenierung in Covent Garden, London gezeigt wurde. Schon damals griff Choreograph Frederick Ashton zu einer männlichen Besetzung der beiden Stiefschwestern. Am Theater Hagen wählt Palencia das gleiche Stilmittel. „Das Stück gewinnt so an Komik, man wird nach einer Minute Tanz in den Bann der Geschichte gezogen“, ist sich Dramaturgin Ina Wragge sicher. Cinderella selbst wird mit Da Ae Kim ganz klassisch von einer Frau besetzt.

„Mutter-Fee“

Eine besondere Bedeutung hat in dieser Inszenierung die Rolle der Mutter. Sie wird von Noemi Martone als Fee dargestellt, die Cinderella den rechten Weg weist. „Diese Rolle ist mir besonders wichtig. Mütter sind einfach das Licht, das immer scheint, auch wenn sie nicht da sein können“, erklärt Alfonso Palencia und zeigt sich vernarrt in seine Inszenierung: „Man braucht nicht immer ins Kino zu gehen, Cinderella ist wie ein Film, aber live.“

Sozialkritisch und zeitgenössich

Unterstützt wird der Film-Charakter durch das Bühnenbild und die Kostüme von Dorin Gal, der früher selbst Tänzer war und „zeitlose“ Kostüme auf die Bedürfnisse der Tänzer abgestimmt kreieren konnte. Dal war zuletzt 2014 am

Theater Hagen für das Bühnenbild und die Kostüme von „Alice im Wunderland“ im Einsatz. Eine „Cinderella“-Inszenierung begleitet er bereits zum dritten Mal. „Ich glaube, dass jede Zeit ihre eigene Cinderella verlangt. Das Stück ist sozial-kritisch und mit der Stiefmutter und den Stiefschwestern, die alles haben und nichts abgeben möchten, auch auf unsere Gesellschaft übertragbar.“

Lebendig gemacht wird Cinderella durch das Orchester des Theater Hagen, unter Leitung von Rodrigo Tomillo: „Es ist großartige Musik, die Spaß macht. Es fließen Bewegung und Musik so zusammen, dass man Gänsehaut bekommt.“

Premierenkarten

Für die Premiere am Samstag, 14. April, 19.30 Uhr, gibt es noch Restkarten; danach wird Cinderella noch zehn weitere Male aufgeführt: 19.4., 4.5.,19.5., 30.5., 28.6. jeweils um 19.30 Uhr, am 29.4. um 15 Uhr und am 27.5. und 10.6. um 15 Uhr.

(Foto: Leszek Januszewski)