„Malerei 16“: Zu Gast in Herdecke

Herdecke. Auf weniges kann man sich im Kunstbetrieb so sehr
verlassen wie auf die regelmäßig wiederkehrende Rede vom Tod der Malerei.
Geschadet hat ihr das letztlich nie wirklich – im Gegenteil.
Das scheinbar „überholte“ Medium konnte immer wieder seinen Facettenreichtum
und seine Erneuerungsfähigkeit unter Beweis stellen. Aus den Konfrontationen mit
anderen, neueren bilderzeugenden Medien wie Video, Film und digitaler Kunst
ergaben und ergeben sich für die Malerei tatsächlich weniger „tödliche“
Bedrohungen als vielmehr neue Impulse und Fragestellungen. Auch im digitalen
Zeitalter übt die Malerei deshalb eine ungebrochene Faszination auf junge
Künstler aus.
Seit 2004 präsentieren deshalb die Kunstakademie Münster und der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe in der Ausstellungsreihe „Malerei“ jedes Jahr
aktuelle Positionen aus der Kunstakademie Münster an stets wechselnden
Ausstellungsorten in Westfalen.
Für die diesjährige Ausgabe, Malerei 16, folgte die Reihe einer Einladung der
„Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung“ in die Dörken-Galerie in Herdecke.
Dort stellen acht junge Studierende bis zum 22. Januar aktuelle Arbeiten
aus.
Die Positionen sind dabei in diesem Jahr besonders weit gefächert. Einige
Teilnehmende testen die Grenzen der Malerei bis zum Äußersten aus: Ausbreitung
in den offenen Raum, Überlagerung mehrerer Bildauffassungen, Verwendung des
Dekorativen. Andere wirken erstaunlich konventionell – allerdings nur auf den
ersten Blick – und erneuern eben dadurch die Wahrnehmung dessen, was man bereits
zu kennen glaubt.