Martin Schlegel verlässt Hagens SPD

Hagen. (ME) Unter der Überschrift „Das war’s!“ hat sich ein weiteres Eilper SPD-„Urgestein“ per Brief und Leserbrief aus seiner Partei verabschiedet: Martin Schlegel, bekannt als Spiele-Erfinder und einstiger Leiter des Hagener Amtes für Statistik. In der SPD bekleidet(e) er aktuell die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden der Senioren-Arbeitsgruppe „60 plus“. Mit ihm verlässt auch seine Frau Erika die SPD.

Das Ehepaar Schlegel folgt somit – um weitere prominente Eilper „Austreter“ der letzten Wochen zu nennen – Ratsmitglied Michael Grzeschista und Peter Mook. Warum das Ehepaar austritt, erläutern Erika und Martin Schlegel in einem Leserbrief:

„Wenn ein Mensch antijüdische Hetze ins Internet stellt, ist das schlimm. Wenn er das auf der Seite einer politischen Partei macht, ist das schlimmer (gemeint ist die SPD, Anmerkung der Redaktion).

Wenn der Artikel viele Wochen dort steht, ist es noch weit schlimmer.

Doch das ist längst nicht alles. Beim Versuch, den Text zu löschen und gegen den Schreiber vorzugehen, legten sich etliche aus der Hagener SPD-Parteispitze quer. Nur mit großer Mühe gelang es, diesen Hetz-Artikel zu löschen. Doch gegen den Autor wurde nichts unternommen; das wurde auf den St. Nimmerleinstag verschoben.

Eine Partei, die ekligen, antijüdischen Parolen Raum gibt, diese Hetze nur mit Schwierigkeiten von der eigenen Facebook-Seite entfernt und die sich nicht traut, dem Verfasser des Artikels die Stirn zu bieten, kann nicht mehr unsere Partei sein. Deswegen verlassen wir nach zusammen 85 Jahren die SPD.“

Antisemitisch

In der Tat: Auf einer Facebook-Seite der Hagener SPD stand wochenlang ein Beitrag eines Wehringhauser SPD-Vorstandsmitglieds, der in seinem Inhalt durchaus an antisemitische Hetz-Formulierungen der Nazi-Zeit erinnerte – und so etwas in der SPD! Das allein hätte eigentlich schon die informierte Parteiführung um Timo Schisanoswki, Mark Krippner und Nesrin Öcal zum Handeln zwingen müssen. Tat es aber laut Martin und Erika Schlegel nicht. Und sogar nachdem beide einen „Initiativantrag“ eingereicht hatten, geschah über längere Zeit nichts. „Der Hetzer blieb bisher unbehelligt – von Timo Schisanowski gab es bis heute keine Reaktion!“ klagt Martin Schlegel. Und verbittert fügt er hinzu: „Das ist nicht mehr meine Partei!“ Der Austritt ist die Konsequenz.

Immer weniger

Zum Austritt von Martin und Erika Schlegel aus der SPD passt auch die Meldung, dass in den SPD-Ortsvereinen Eilpe und Dahl über eine Fusion nachgedacht wird – weil die Zahl der aktiven Mitglieder in den Keller sinkt.