Mehr als ein Abenteuerspielplatz

Stockbrot am Lagerfeuer - jeden Donnerstag wiederholt sich das Ritual für die Zipp-Besucher. Und immer wieder aufs Neue ist es für die Kinder sowie die Betreuer Bettina Meuser und Erik Oettinghaus (hinten) etwas ganz Besonderes. (Foto: Schievelbusch)

Haspe. (san) „Der Zipp ist ein aufregender Ort. Ich mag den Abenteuerspielplatz. Abenteuerspielplatz ist ein anderes Wort für Zipp.“ Das schreibt der 11-jährige Dogan zu Beginn seines Artikels in der selbst produzierten Zeitung des Kinder- und Jugendparks Haspe. Und der Leser erkennt an diesen Worten gleich: Dogan fühlt sich wohl hier. Und nicht nur er. Auch sein Mit-Redakteur Nico beschreibt in der “Zipp-Zeitung“ gleich über mehrere Seiten, wie toll dieser Ort für sie hinter der Talstraße ist.

Besondere Projekte

Das städtische Jugendzentrum hat nicht nur an jedem Wochentag, manchmal sogar am Samstag, für die Kinder geöffnet, regelmäßig gibt es auch besondere Programmpunkte und mehrwöchige Projekte. Letzteres war die Erstellung der eigenen Zeitung. Das ist deshalb so erwähnenswert, weil der 13-jährige Nico die Förderschule besucht, Dogan geht noch zur Grundschule, und beide waren über Wochen mit Feuereifer bei der Sache und verfassten ihre Texte, beispielsweise über das Hestert-Freibad oder übers Angeln in Nordrhein-Westfalen. Einige andere junge Besucher des Jugendzentrums steuerten kleinere Beitrage wie Witze oder Rätsel bei. Auf einer der Vollversammlungen fand die Gazette dann auch Abnehmer, sogar die Lehrer der Kinder interessierten sich dafür.

Kumpel Betreuer

„Wir wollten unbedingt mal beschreiben, wie toll das hier am Zipp ist,“ erläutert Nico sein Interesse fürs Schreiben. Dass es in dieser städtischen Einrichtung etwas gibt, was die Kinder magisch anzuziehen scheint, ist bei den Lobestönen der Sechs- bis 13-Jährigen nicht zu überhören. Joshua erzählt mit strahlenden Augen, wie er neulich zusammen mit Betreuer Erik eine Leiter gebaut hat, und überhaupt könne man hier richtige Hütten errichten, Material und Werkzeuge sind vorhanden und „Erik zeigt, wie es geht“. Einen coolen Kumpel oder großen Bruder sehen die Jungs in Betreuer Erik Oettinghaus. Neben ihm gibt es auch noch Wolfgang Weber, der die Kids spielerisch herausfordert. „Mit ihm kann man ’ne Menge Spaß haben,“ finden auch Abdul, Tibet und Michelle. Auch Joline zeigt sich nach all’ der Zeit, die sie schon her kommt, ganz begeistert.

Fast alles möglich

Nico und Dogan haben federführend die Zipp-Zeitung erstellt und sind stolz auf das gelungene Produkt. (Foto: san)

Dabei ist die Faszination, die das Jugendzentrum auf seine Stammgäste ausstrahlt, einfach zu begründen. Abdul weiß: „Hier gibt es fast alles, was man machen möchte,“ und er zählt dabei Spiele wie Fuß- und Federball und Kartenspiele auf, Turniere dazu inbegriffen. „Zu Hause oder auf der Straße haben wir keinen Platz zum Bauen, oder unsere Eltern verbieten uns so etwas,“ hebt Joshua die Vorzüge des Abenteuerspielplatzes hervor. Das Hasper Jugendzentrum ist übrigens das einzige in der Region, das ein solches Areal zu bieten hat. „Außerdem wäre es doof ohne Betreuer zu spielen, denn dann würde jeder machen, was er will, und es gibt Streit.“ Den gibt es mitunter auch unter Betreueraugen, wird aber dadurch schneller geregelt. Nicht zuletzt kommen auch einige Kinder, weil sie ein tägliches Angebot zum Hausaufgaben-Machen finden. Ganz in Ruhe können die Schüler sitzen und arbeiten, bei eventuellen Fragen steht die Betreuung zur Seite.

Ein Zuhause

Kurzum, wie Bettina Meuser, Leiterin des Teams vom Kinder-und Jugendpark Haspe zusammenfasst, „haben die Kinder hier ein angeleitetes Spielangebot, treffen Freunde und finden Hilfe, wo sie sonst oftmals nicht wüssten, wie und wo sie ihre Nachmittage verbringen sollten“. In den Sommermonaten finden sich durchaus bis zu 60 Kinder am Tag im Zentrum ein, „30 bis 40 Kinder kennen wir als regelmäßige Besucher,“ so die “Chefin“, „Bei den Größeren ab 14 Jahren, die erst am Abend kommen, sind es sogar noch mehr.“ Die Tatsache, dass die Mädchen und Jungen sowohl altersmäßig bunt zusammengewürfelt sind als auch von den verschiedensten Schulen des Stadtteils kommen, zeigt, dass sie hier nicht nur einen Verabredungsort für den Nachmittag suchen, sonders dass der Zipp ein Stück weit Zuhause geworden ist. Das macht sich besonders am Donnerstag bemerkbar, dann gibt es regelmäßig Stockbrot am Lagerfeuer. Voll wird es dann und größere und kleinere Kinder rutschen auf ihrer Bank noch ein Stückchen zusammen, damit alle Platz finden.

Und selbst in den mitunter langen Sommerferien – besonders wenn im Elternhaus kein Urlaub auf dem Plan steht – ist das Jugendhaus täglich offen, mit einem Ferienprogramm oder einfach so. Den Programmflyer gibt es in der Talstraße 32, Leiterin Bettina Meuser gibt Interessierten aber auch unter der Rufnummer 0 23 31 / 44 06 01 Auskunft.