Meister und Pokalsieger Bamberg in Hagen

Fast zu „übermächtig“ scheint Bamberg in der Liga zu sein, im Hinspiel bekam das nicht nur Ole Wendt (m.) zu spüren: Trotz eines gravierenden personellen Umschwungs zu Beginn der Saison führen die Oberfranken die Tabelle souverän an und haben erst drei Ligaspiele verloren. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Der Champion kommt zum Ischeland in die Enervie-Arena. Die Brose Baskets Bamberg, die in den vergangenen drei Jahren jeweils das Double aus Meisterschaft und Pokal gewinnen konnten, sind am Sonntag, 10. März 2013, Gegner von Phoenix Hagen. Sprungball gegen den Tabellenführer aus Bamberg ist um 17 Uhr.

Die Baskets aus dem Frankenland vollzogen nach drei titelreichen Spielzeiten im Sommer einen heftigen Umbruch. Trainer Chris Fleming musste ein neues Team aufbauen, nachdem mit Julius Jenkins, Tibor Pleiß, Predrag Suput, Marcus Slaughter, Brian Roberts und Anthony Leon Tucker das Gerüst des Erfolgsteams den Club verließ. In der Basketball-Bundesliga sind sie trotz vieler Kader-Veränderungen weiter ungefährdet die Nummer eins bei erst drei Saisonniederlagen. Die Konkurrenz hält respektvoll Abstand, der Gewinn der Hauptrunde scheint nur noch Formsache.

Der Star kommt aus der NBA

Der Vorzeige-Hochkaräter in der Riege der Bamberger Neuzugänge ist ohne Frage Ex-NBA-Star Bostjan Nachbar. Der ehemalige Spieler der New Jersey Nets und der Oklahoma City Hornets ist nach Guard Anton Gavel, der inzwischen mit einem deutschen Pass ausgestattet ist, bester Werfer der Bamberger. Einen guten Namen haben auch die weiteren Neuen: Power Forward Sharrod Ford (ehemals Alba Berlin) und Nationalcenter Maik Zirbes (kam aus Trier) sind in der Bundesliga bestens bekannt.

Abe Lodwick (hier im Hinspiel in Bamberg) kämpfte auch in Würzburg hart, seine 8 Punkte und 1 Rebound waren aber zu wenig, um die Niederlage zu verhindern. (Foto: Jörg Laube)

In den vergangenen Wochen nahmen die Oberfranken noch einige Korrekturen am Kader vor und verpflichteten mit den Guards Alex Renfroe und Matt Walsh sowie mit Power Forward Jeremiah Massey drei weitere Spieler von europäischem Niveau. Damit gehören jetzt acht ausländische Spieler zum Kader, wobei Aufbauspieler John Goldsberry unter Knieproblemen leidet und der australische Center A.J. Ogilvy nur sporadisch zum Einsatz kommt.

Das neue Bamberger Team wurde aufgebaut um die Korsettstangen Anton Gavel und Casey Jacobsen, die für den Erfolg der vergangenen Jahre stehen. Positiv entwickeln konnten sich unter Chris Fleming auch die deutschen Akteure. Guard Karsten Tadda ist seit Juli A-Nationalspieler; Center-Talent Philipp Neumann bekommt viel Vertrauen und spielt im Schnitt elf Minuten. Und auch Aufbau-Hoffnung Daniel Schmidt erhält immer wieder Einsatzzeit.

FC Bayern stoppte die Bamberger Siegesserie

Ungeachtet der 71:85-Niederlage bei den Bayern am vergangenen Sonntag dominieren die Oberfranken auch 2012/2013 die Liga. An der Isar endete eine beachtliche Serie von 13 Siegen – und das trotz der hohen Belastung in der Euroleague. Denn die ist ein echter Substanzfresser. Die Euroleague-Vorrunde überstanden die Bamberger im letzten Moment. Nach zehn Spielen und drei Siegen brachte ein 92:90 über Partizan Belgrad den Sprung unter die europäischen „Top 16“.

Gemeinsam mit Alba Berlin, das ebenfalls in Gruppe E spielt, müssen die Bamberger dort 14 weitere Spiele absolvieren. Am heutigen Mittwoch heißt der Gegner in der Stechert-Arena Moskau. Und schon nächste Woche Donnerstag steht die nächste Partie an. Dann führt der Weg nach Istanbul. Während der Gewinn der Euroleague nicht ganz oben auf der oberfränkischen To-do-Liste gestanden haben dürfte, sah das mit dem deutschen Pokal sicher anders aus. Doch diesmal war in der Qualifikationsrunde Endstation. Die Bamberger unterlagen dem FC Bayern mit 69:77 und dürfen das „Beko-BBL-Top-Four“ am 23. und 24. März 2013 in Berlin nur vom Sofa aus verfolgen. Mit dem Double wird es 2013 darum nichts werden – aber der Titelfavorit der Liga sind weiter die Bamberger.

Phoenix-Coach Ingo Freyer abschließend: „Es ist ein Team auf europäischem Top-Level. Das ist ein ganz eigenes Niveau, eine ganz andere Physis, eine ganz eigene Athletik.“