Messerattacke auf Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein

Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein wurde am gestrigen Montag, 27. November, Opfer eines Messerangriffs . (Foto: Heiko Cordes)

Hagen/Altena. Altena, die kleine Stadt im Sauerland, rückte die vergangenen Tagen ins Zentrum des öffentliche Interesses. Der Hintergrund: Der 58-Jährige Hans W. hatte am Montag, 27. November, Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein in einem Döner-Imbiss mit einem Messer angegriffen und am Hals verletzt. Die Staatsanwaltschaft sieht die Kriterien für einen versuchten Mord aus niederen Gründen erfüllt. André Dobersch, Leiter des Polizeilichen Staatsschutzes in Hagen, gab bei der Pressekonferenz am heutigen Dienstag, 28. November, an, dass es sich um eine Tat mit „vorliegender fremdenfeindlicher Motivation“ handle, die also „politisch motiviert“ sei.

Rechtes Tatmotiv

Besonders das Engagement von Hollstein in der Flüchtlingskrise sei dem Opfer angelastet worden. Der mutmaßliche Täter, der zu den Vorgängen seit seiner Verhaftung schweigt, soll laut dem Leiter der eingesetzten Modkommission, Kriminalhauptkommissar Ralf Eickler, gerufen haben: „Du hast mir das Wasser abgedreht. Du bist Schuld, dass ich nichts mehr zu saufen habe. Ich stech dich ab.“

Der arbeitslose Maurer, der in „prekären Verhältnissen“ (Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli) wohnt, fügte dem Bürgermeister mit einem Küchenmesser eine fünf Zentimeter lange Stichwunde auf der linken Seite des Halses zu. Hollstein konnte nach einer ambulanter Behandlung allerdings das Krankenhaus wieder entlassen werden. Dass es so glimpflich für ihn ablief, hat er vor allem dem beherzeten Eingreifen des Imbissbuden-Besitzers Demir Abdullah und dessen Vater zu verdanken. Die drei Männer schafften es gemeinsam, den 58-Jährigen festzuhalten, während die Polizei aus der nur 30 Meter entfernten Wache herbei eilte.

Hassmails an das Opfer

Der Bürgermeister erhält nun Personenschutz. Ein organisiertes rechtsextremes Engagement des mutmaßlichen Täters konnte bisher aber nicht bestätigt werden. Nichtsdestotrotz erhielt Hollstein zahlreicher Hassmails und Posts, in denen die Tat verteidigt wurde und der Bürgermeister massive Anfeindung erhielt. „Wir werden diesen nachgehen“, erklärte Dobersch, der eine Aufarbeitung dieser Drohungen übers Internet verfolgen will.

Reaktionen auf die Tat erfolgten promt. So äußerste sich Regierungspräsident Hans-Josef Vogel aus Arnsberg und verurteilte die Tat scharf: „Wir in der ganzen Region sind entsetzt über diese abscheuliche Tat. Das war auch ein Anschlag auf die lokale Demokratie, auf die ganz praktische Solidarität mit den Schwächsten und auf offene Städte und Gemeinden. Wir erleben hier wieder: Hetze und Hass stehen am Anfang, dann folgt die Gewalt. Alle unsere guten Wünsche in der Region gelten Andreas Hollstein und unser Dank gilt Demir Abdullah, der Andreas Hollstein zur Hilfe gekommen ist und leicht verletzt wurde. Auch ihm gelten unsere Genesungswünsche.“