Michael Eckhoff jetzt Stadtheimatpfleger in Hagen

Hagen. (pmk/tau) Heimatgebietsleiter Thomas Gemke war der Erste, der Michael Eckhoff zur Wahl gratulierte und ihm „für die gemeinsame Arbeit zum Wohl unserer Heimat Glück und Durchhaltevermögen“ wünschte. Bei dessen Wahl im Rathaus Hagen hatten sich die Anwesenden einstimmig für den 1954 in der Osthaus-Villa „Hohenhof“ geborenen Hagener ausgesprochen.

Die Nachbesetzung des Postens war nach dem Rücktritt von Karl-Helmut Strack aus Gesundheitsgründen notwendig geworden. Der frühere THG-Direktor Strack bekleidete das Amt rund zwölf Jahre lang. Der Vorschlag, Eckhoff zum Nachfolger zu wählen, kam von Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

Michael Eckhoff ist seit jungen Jahren aktiv in der Heimatpflege tätig, anfangs hauptsächlich bei der Volkshochschule, später in zunehmenden Maße beim Hagener Heimatbund, dem er mittlerweile – zusammen mit Jens Bergmann – als Vorsitzender vorsteht. Der gelernte Historiker und – seit fast drei Jahrzehnten – Wochenkurier-Chefredakteur hat zahlreiche Bücher über seine Heimatstadt geschrieben oder herausgegeben, davon viele über seine Spezialgebiete Architektur- und Technikgeschichte.

Besonders am Herzen liegen ihm die Hagener Stadtteile, deren Geschichte und Denkmälern er seit jeher nachspürt und dokumentiert. Insbesondere „Haspe“ hat ihn früher sehr beschäftigt. Das ist auch kein Wunder, stammt doch der größte Teil seiner Familie dorther. Überdies hat er an der Ennepe sein Abitur gemacht, war Schiedsrichter beim Hasper SV und auch seine allerersten journalistischen Tätigkeiten bezogen sich „anno dazumal“ auf Haspe. Dennoch ist er nicht „richtig“ im Tal der Ennepe aufgewachsen, sondern vornehmlich mitten in Hagen – in der Mittelstraße. Heute wohnt der dreifache Vater mit Frau und zwei Töchtern im Osten unserer Stadt.

Ehrenamt

Die Aufgabe des Stadtheimatpflegers ist ein Ehrenamt. Zu tun hat man unter anderem mit der Ortsgeschichte, mit Denkmalpflege und Volkskunde. Überdies fungiert ein Stadtheimatpfleger als Sprecher aller örtlichen Heimat- und Brauchtumsvereine gegenüber dem Rathaus und der Politik.

Zunächst möchte Michael Eckhoff dort ansetzen, wo er eh schon seinem Hobby frönt: „Stadtführungen und -vorträge zu besonderen Themen aus Geschichte und Architektur kommen erfahrungsgemäß gut an.“ Das zeigt sich stets und immer wieder im sommerlichen Urlaubskorb. Aber auch an der Volkshochschule und bei der Hagen-Agentur, wo Eckhoff regelmäßig die Osthaus-Ära, den Jugendstil und die heimische Industriegeschichte – zum Beispiel Elbers – vor Augen führt. Diese Tätigkeitsfelder spiegeln sich zudem in zahlreichen Aufsätzen, so etwa im alljährlichen Hagen-Buch und natürlich auch im Wochenkurier.

Ein wichtiger Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit ist der Frage gewidmet: „Wie kann man Migranten für die Beschäftigung mit der hiesigen Geschichte erwärmen?“ Ein Projekt, das Eckhoff unlängst betreute, könnte vielleicht ein erster Schritt in diese Richtung sein: In Zusammenarbeit mit Andrea Honickel (Stadtbücherei) und Musik-Office-Chef Gandhi Chahine konnten Remberg-Schüler und -Schülerinnen dafür begeistert werden, sich mit der Historie der Textilfabrik Elbers auseinander zu setzen und ihre Texte in einem „Dichter-Wettstreit“ einem breiten Publikum vorzutragen.

Heimatgebiet

Die Stadt Hagen bildet seit 1922 zusammen mit dem Ennepe-Ruhr Kreis und dem Märkischen Kreis das Heimatgebiet Märkisches Sauerland im Westfälischen Heimatbund. Der amtierende Heimatgebietsleiter ist der Landrat des Märkischen Kreises, Thomas Gemke. Die insgesamt neun Heimatgebiete in Westfalen fördern die regionale und örtliche Heimatarbeit innerhalb ihres besonderen Landschafts-, Kultur- und Wirtschaftsraumes. Das „Märkische Sauerland“ begründet sich aus der Jahrtausende alten Verbindung der Menschen mit der hiesigen Eisen produzierenden und verarbeitenden Kleinindustrie.