Michaelskirche: Heimat in einem anderen Licht

Michaelskirche: Heimat in einem anderen Licht
„Heimat ist (k)ein Ort – Heimat ist ein Gefühl“: Elvyra Gessner, Wolfgang Jankowski und Gemeindereferent Wolfgang Herz (r.) stellten das Sankt-Michael-Programm vor. (Foto: ME)

Hagen. Die Wehringhauser Michaelsgemeinde an der Pelmke-/ Ecke Lange Straße rückt ihre Kirche wieder in „ein anderes Licht“ und stellt dabei am kommenden Sonntag, 23. September, den Gedanken „Heimat ist (k)ein Ort – Heimat ist ein Gefühl“ in den Mittelpunkt.

Die vom Erzbistum Paderborn finanzierte Kial-Inititiative („Kirche in anderem Licht“) hat in den vergangenen drei Jahren vor allem in den Sommerwochen teils spannende, teils informative und manchmal auch provokative Themen in den Fokus gerückt.

Diesmal geht‘s also um „Heimat“ – und somit um etwas, das uns alle berührt und das derzeit im Mittelpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen steht. „Dieses so wichtige Thema greifen wir unter anderem auch deshalb auf, weil wir es nicht rechten Kreisen überlassen wollen“, betont Gemeindereferent Wolfgang Herz.

Migration

„Die Migration ist die Mutter aller Probleme“, hat Bundesinnenminister Horst Seehofer Micunlängst verkündet. Als früherer bayrischer Ministerpräsident hätte er wissen müssen: Allein in München hat jeder zweite Einwohner einen Migrationshintergrund. Fügt man die Zahl der sogennanten Binnenmigranten hinzu – das sind zum Beispiel die Zugezogenen aus Nordrhein-Westfalen – ist die Zahl noch deutlich höher. Das heißt: Seehofer hat mit seinem einzigen Satz allein in München „mal eben“ rund eine Million Menschen zu „Problemen“ abgestempelt.
In Hagen sieht es prozentual ähnlich aus wie in München. Für etliche Tausende stellt die Volmestadt nicht die „erste Heimat“ dar. Dennoch ist Hagen vielen Zugewanderten ans Herz gewachsen – sie fühlen sich hier wohl und leben hier gern. Das wiederum hat ganz stark mit Gefühlen zu tun – so wie es in der Überschrift zur Veranstaltung am kommenden Sonntag zum Ausdruck gebracht wird. „Meine Heimat ist dort, wo es mir gut geht“, hat mal ein kluger Kopf gesagt.

Breite Annäherung

Moderiert werden die drei Stunden zwischen 17 und 20 Uhr von der WDR-Journalistin Sandra Quellmann. Die Moderatorin, die normalerweise für die „Aktuelle Stunde“ tätig ist, stammt aus Hagen. In dem reichhaltigen dreistündigen Programm in und um St. Michael sind mit von der Partie:
– Hagens Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff (vom Vorstand des Hagener Heimatbundes sowie des Hasper Heimat- und Brauchtum-Vereins),
– der Bochumer Poetry-Slammer „Sebastian 23“,
– Schülerinnen und Schüler der Hildegardis-Schule, die ein Video zum Thema Heimat zeigen,
– Jugendliche mit Fluchterfahrung, die ein Kurztheaterstück aufführen möchten,
– syrische Musiker aus einer Gruppe der Hagenerin Maren Lueg (George Alfazaa, Adnan Abdullah und Shadi al Housch),
– Hagener Künstlerinnen und Künstler, die sich mit ihrer Heimat auseinandergesetzt haben; zur Gruppe gehören Beate Depprich, Petra Hofmann-­Penther, Kirsten Hoppe, Wolfgang Jankowski sowie die aus Litauen stammende Elvyra Gessner, die ihrerseits Jugendliche aus mehreren Ländern in die Heimat-Kunst-Arbeit eingebunden hat.

Am Abend wird die Michaelskirche illuminiert. Für das leibliche Wohl sorgen der Weinhandel Nelson und die Fleischerei Regenbogen (Currywurst). Beendet wird dieser ungewöhnliche Hagener Heimat-Tag mit einem sprituellen Abschluss. Zusätzliche Infos gibt es unter kial-hagen.de.

Es ist geplant, die „Reihe“ fortzusetzen.