Mimi Miami liebt die Verwandlung

Hagen. (anna) Frech, schrill, bunt und immer auch etwas zotig geht es am Samstag, 13. April 2013, ab 20 Uhr im Hasper Vereinshaus St. Bonifatius („Boni“) an der Berliner Straße zu.

Der 32-jährige Hagener Künstler “Mimi Miami“ (sitzend) ist am 13. April 2013 ab 20 Uhr im Hasper „Boni“ an der Berliner Straße zu bewundern. (Foto: privat)

Mit Glamour und Glitzer, feschen Kostümen und jeder Menge Musik sei gute Stimmung garantiert, versprechen “The Star Sisters“ – die Meisterinnen der Verwandlung. “The Star Sisters“: das sind Frida Fiasko, Brigitte Pardon, Miss Jazzy, Miss Mimi Miami, Susan Baker und Maren Glitzer, die sich in aufwändigen Kostümen dem Hagener Publikum präsentieren.

Früh fasziniert

Eine dieser sonderbaren „Travestie-Schwestern“ ist der Hagener Einzelhandelskaufmann Robert Bartsch (32) alias Mimi Miami, der alles über die Kunst dieser Unterhaltung weiß. Ihn hätten Glamour und Glitzer schon von Kindesbeinen an fasziniert, erzählt er. Hinzu käme, dass er passionierter Musiker sei. „Als Jugendlicher habe ich mir Silvester immer die Show von Mary und Gordy angeschaut und dazu gesungen oder auf der Klarinette gespielt“, erinnert sich Bartsch. „Vor neun Jahren habe ich dann einen Kollegen getroffen, der als Travestiekünstler arbeitete. Er hat mich mit auf die Bühne genommen. Es war großartig. Bereits beim ersten Auftritt hat alles wunderbar geklappt. Das Publikum hat wie besessen applaudiert.“

Jetzt sind die Shows mit ständig wechselndem Programm sein Hobby, obwohl alle Künstler mittlerweile davon leben könnten. „Vielleicht würde ich aber den Spaß verlieren, wenn ich professionell auf der Bühne stünde.“ Alle fünf Kollegen haben ganz normale Berufe wie Friseur oder Tanzlehrer. Man trifft sich zu Proben und zu gemeinsamen Auftritten oder man geht einzeln auf Tournee. „Ich selbst war schon in ganz Deutschland unterwegs. In Hamburg habe ich auf der Reeperbahn gespielt und im Juli trete ich wieder im Nürnberger Paradies auf“, erklärt der Travestiekünstler. „Ich arbeite mit Künstlerkollegen, die schon im Dresdner Carte Blanche oder im Hamburger Pulverfass aufgetreten sind.“

Was ist Travestie?

„Die schauspielerische Travestie (von frz. travesti, verkleidet) bezeichnet die Darstellung einer Bühnenrolle durch Personen des anderen Geschlechtes. Weit verbreitet ist dies auch in der Kleinkunst. Im Theater der griechischen Antike wurden alle Rollen von Männern gespielt. Aus den verwendeten Masken konnte man das Geschlecht und die Rolle erkennen.“

Im Theater der römischen Antike durften Frauen zwar Rollen übernehmen, doch war die soziale Position der Schauspielerinnen sehr niedrig, sie zählten zur Halbwelt und wurden oft mit Prostituierten in einem Atemzug genannt. Auch den Schauspielern ging es nicht viel besser, diese wurden mit unehrenhaft entlassenen Soldaten und Betrügern verglichen.

Etwas anrüchig

Natürlich spielt die Travestie auch in Richtung anrüchig und sexy. „Wir bieten Unterhaltung, und das bedeutet Comedy, Parodie, ein bisschen Romantik und natürlich jede Menge Musik. Wir präsentieren Welthits und deutsche Klassiker, die ja ganz eng zur Travestie gehören. Ich selbst singe Stücke von Zarah Leander und Vicky live“, berichtet der Hagener Travestiekünstler. „Drei Stunden kann so eine Revue schon dauern und dabei haben alle eine Menge Spaß.“

Ganz wichtig seien Disziplin und Schnelligkeit. „Die tollen Kleider müssen ebenso angelegt und griffbereit für einen Wechsel aufgehängt werden wie die Perücken. Wenn die erste Schminke aufgetragen ist, dann werden wir frech und haben das Gefühl, uns alles erlauben zu können“, berichtet Robert Bartsch. „Wir wechseln in eine andere Person, wir sind nicht mehr wir selbst und können daher um so beherzter auftreten und beim Publikum für Spaß und Unterhaltung sorgen. Das ist ja das große Ziel.“

Nicht so ernst

Es geht in erster Linie ums Verkleiden und das Spielen einer Rolle des anderen Geschlechts. „Und es stimmt auch nicht, dass alle Travestiekünstler schwul sind. Es gibt eine Menge sehr erfolgreicher Travestie-Künstler, die heterosexuell sind. Unsere Künstlernamen zeigen, dass wir uns dabei selbst nicht so ernst nehmen und den Spaß und die Kunst in den Vordergrund stellen. Aber bis es soweit ist, muss hart gearbeitet werden. Eine Rolle muss sitzen, um das Publikum begeistern zu können. Und in einer Show müssen wir alle aufeinander exakt abgestimmt sein. Alle zwei bis drei Monate proben wir eine neue Nummer ein. Jede Show ist also ganz etwas Besonderes. So auch am 13. April 2013 in Haspe. Es gibt etwas zu essen, es gibt etwas zu trinken und es gibt mit uns jede Menge Unterhaltung.“

Vorverkaufsstellen:

  • Friseur Jörg, Lützowstraße 42
  • Reifen Bartelheim, Augustastraße 75
  • HagenInfo, Körnerstraße 27
  • Vereinshaus St. Bonifatius, Berliner Straße
  • sowie unter Telefon 02331 / 464473