Mindestens drei Kreuzchen am Superwahltag

Hagen. (ME) Erik O. Schulz, diplomierter Verwaltungswirt und Verwaltungsbetriebswirt, also Mann vom Fach, stellt sich bekanntlich in Hagen der Oberbürgermeister-Wahl – als Kandidat von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP. Auch die Wählergemeinschaft „Bürger für Hagen“ hat ihm ihre Unterstützung ausgesprochen.

Doch nicht jeder Hagener hat alles verstanden. „Wieso“, wollte unlängst ein wk-Leser am Telefon wissen, „hängen überall Plakate von Erik O. Schulz, ohne dass darauf die ihn unterstützenden Parteien vermerkt sind? Stattdessen haben diese drei Parteien und die Wählergemeinschaft – manchmal direkt neben Schulz – ihre eigenen Plakate hängen.“

Im Prinzip ist die Sache ganz einfach. Erstens: Es gibt nicht nur die OB-Wahl. Zweitens: Erik O. Schulz ist parteilos. Das heißt, er gehört weder der CDU noch der FDP noch den Grünen an. Vielmehr ist er als parteiübergreifender Kandidat aktiv. „Zum Wohle von Hagen“, wie alle betonen. Einen parteiübergreifenden Kandidaten zu haben, bedeutet für die drei Parteien jedoch nicht, die eigenen Profile aufzugeben. Anders ausgedrückt: CDUler bleiben CDUler, Grüne bleiben Grüne und Freidemokraten bleiben Freidemokraten. Wer mehr Umweltschutz will, wählt nach wie vor Grüne. Und wer eher konservative Werte unterstützt, wird sein Kreuzchen weiterhin bei der CDU machen.

Superwahltag

Denn man darf ja eins nicht vergessen: Der Sonntag, 25. Mai, ist ein Superwahltag. Dann stehen in Hagen an: die Wahl zum Europaparlament, die Wahl des OB, die Ratswahl (plus Bezirksvertretungen) und die Wahl zum Integrationsrat. Je nach Alter und Abstammung darf man folglich mindestens drei Kreuzchen machen. Insgesamt wahlberechtigt sind 150.699 Personen bei der Kommunalwahl, 135.841 bei der Europawahl und 39.285 bei der Wahl zum Integrationsrat (Stand:18. April).

Wer darf wählen?

  • KOMMUNALWAHLEN (bestehend aus den drei Teilen Oberbürgermeister-Wahl, Ratswahl, Bezirksvertretungswahl)
    Alle Deutschen und Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der EU, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und mindestens seit dem 16. Tag vor der Wahl in Hagen ihre Hauptwohnung haben oder sich sonst gewöhnlich aufhalten. Über 150.000 Menschen!
  • EUROPAWAHL
    Unter anderem alle Deutschen, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind, in Deutschland seit mindestens drei Monaten eine Wohnung innehaben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Darüber hinaus sind auch viele im Ausland lebende Deutsche (sog. Auslandsdeutsche) wahlberechtigt. Außerdem Staatsangehörige der übrigen EU-Mitgliedsstaaten, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben.
  • INTEGRATIONSRAT
    Unter anderem alle Nichtdeutschen, alle Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und alle Personen, die die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten haben, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind, sich seit mindestens einem Jahr im Bundesgebiet rechtmäßig aufhalten und in Hagen ihre Hauptwohnung haben.

Ur-Hagener

Um die Sachlage noch einmal deutlich zu machen. Bei den Wahlen zum Rat, zur Bezirksvertretung und zum Europa-Parlament treten alle Parteien als Kontrahenten auf – auch CDU, Grüne und FDP. Nur bei der OB-Wahl haben sie sich auf einen parteiübergreifenden Kandidaten verständigt – auf Erik O. Schulz! „Ich bin Ur-Hagener“, beschreibt er sich selbst. Von der Geburt über den Schulbesuch, das Studium bis zur Arbeit – Erik O. Schulz hat sich nie aus Hagen hinausgewünscht. Er musste die Stadt auch nie verlassen. Stattdessen durfte er mitgestalten – wie jetzt beruflich als Leiter der Agentur Mark.

Seine OB-Kandidatur versteht Erik O. Schulz als Herausforderung: „Ich trete für Hagen an. Ich will und kann nicht sagen, dass ich alle Probleme lösen kann. Aber ich werde zuhören, Gespräche führen und Ideen entwickeln zum Wohl unserer Stadt.“ Diese Stadt, zu der er, wie er betont, schon als Kind „eine Leidenschaft entwickelt“ hatte.

Übrigens: Sollte er am 25. Mai gewählt werden, wäre er der erste Oberbürgermeister einer NRW-Großstadt, der von Grünen, FDP und CDU gemeinsam getragen wird.