Minister Nummer 12

Oh je, das wird heikel: die deutsche Nationalelf trifft im EM-Viertelfinale auf Griechenland. Ausgerechnet! Angesichts der kühlen politischen Wetterlage sollten wir – meint Tilo – den Gyros-Männern den Sieg schenken. Als psychologisches Trostpflästerchen – nach all den Daumenschrauben, die sie in der Eurokrise von Mutti Angie angedreht bekommen. Wie eine deutsche Niederlage elegant einzustielen wäre? Wir schicken ein reines Bayern-Team auf den Platz!

Spaß beiseite. In Düsseldorf haben Grüne und Sozialdemokraten jetzt ihren Koalitionsvertrag fertig. 200 Seiten dick. Mit dem schwalligen Titel: „Verantwortung für ein starkes NRW“.

Jährlich wollen Hannelore & Co. kraftvoll eine Milliarde Euro einsparen. Gut so. Man hätte bei den Häuptlingen anfangen können. Aber statt die Zahl der Ministerien zu senken, gibt es künftig sogar eins mehr. Zwölf Minister und Ministerinnen („das gute Dutzend“) regieren künftig das Land. Plus Staatssekretäre und mit nachgeordneter wuchtiger Bürokratie.

Ansonsten streben SPD und Grüne an, den Mittelstand in NRW zu stärken, Kindergärten und Schulen zu fördern, die erneuerbaren Energien auszubauen und sich für einen gesetzlichen Mindestlohn stark zu machen. Nicht viel Neues also.

Auch den klammen Kommunen – wie zum Beispiel Hagen – will Hannelore Kraft helfen. Leider nur mit 200 Millionen Euro jährlich. Das ist mickrig. Viele Kämmerer erhofften sich mehr. Schließlich sind die kurzfristigen Kredite („Kassenkredite“) der Städte und Gemeinden 2011 schon wieder um rund zehn Prozent gestiegen. Auf 22 Milliarden Euro. Vor zehn Jahr waren es gerade mal 2,5 Milliarden. Da sind 200 Milliönchen ein niedliches Tröpfchen auf den heißen Stein, nicht mehr.

Genauso schlimm sieht es bei den langfristigen Krediten aus – hier liegen wir (Ende 2011) bei rund 23 Milliarden Euro. Zusammen hat jeder NRW-Bürger über 2500 Euro allein an städtischen Schulden auf der Joppe.

Vielleicht findet ja Minister Nummer 12 bei diesem brisanten Thema den „Stein der Weisen“, der offenbar sehr tief im Düsseldorfer Rheinschlamm vergraben ist…