Mirkhas (fast 18) aus Syrien sucht Wohnung

Hagen. (anna/Red.) Die Lebens- und Fluchtgeschichte des fast 18-jährigen Mirkhas aus Syrien liest sich wie viele andere auch.
Er ist zusammen mit seinem kleinen Bruder aus Syrien vor dem Terror des Krieges geflohen und in einem Flüchtlingslager im Irak gelandet. Von dort aus ging es über die Türkei und Griechenland per Bus und Boot weiter, bis die beiden schließlich in Deutschland angekommen waren.
Aber die Reise geht natürlich weiter. Dass sie nun in Deutschland sind, bedeutet nicht, dass die beiden zur Ruhe kommen können. Die teilweise traumatischen Erlebnisse müssen verarbeiten werden. Noch können sie nicht entspannt in die Zukunft blicken.
Zunächst durchlaufen die beiden in ihrer neuen Heimatstadt Hagen das Clearingverfahren. Viele Fragen zur Flucht werden gestellt, Anträge müssen bearbeitet werden.
Mirkhas und sein kleiner Bruder lernen fleißig die deutsche Sprache und die kulturellen Unterschiede, um hier in der neuen Heimat auch wirklich anzukommen.
Mirkhas ist nun fast 18 Jahre alt und das bedeutet: Die Jugendhilfe läuft in Kürze aus. Er muss aus dem Haus der Clearingstelle ausziehen und weitestgehend selbstständig klarkommen. Der junge Syrer hat bisher schon viel gelernt, spricht und versteht ausreichend die deutsche Sprache und ist nun auf Wohnungssuche in Hagen. Viel Misstrauen bringen ihm allerdings die Vermieter entgegen.

Vermieter skeptisch

Die Vermieter, denen Mirkhas begegnet, sind skeptisch dem Flüchtling gegenüber: Kann er die Miete pünktlich zahlen? Wie ist es mit der Sauberkeit und Zuverlässigkeit bei einem Syrer bestellt und wie halten es diese Leute mit der Lautstärke? „Das sind die Fragen, die mir bei der Wohnungssuche immer wieder gestellt werden. Ich kann nur versichern, dass ich alle Bedingungen erfüllen kann“, verspricht Mirkhas, „ich habe gelernt Rücksicht zu nehmen und möchte keine Probleme. Ich wünsche mir nur einen Platz, an dem ich nun endlich zu Hause sein kann. Am liebsten mit meinem größeren Bruder, der zur Zeit noch in Bielefeld lebt.“
Der junge Syrer hat ein sehr stark ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und ist sehr gewissenhaft und zuverlässig.
Das bestätigen auch die Pädagogen aus der Clearingstelle, die jetzt mit Mirkhas mehr als drei Monate zusammen gearbeitet haben. „Leider haben viele Vermieter doch große Bedenken und Vorurteile bei der Vermietung an jugendliche Flüchtlinge. Oft werden wir schon bei dem ersten Telefongespräch abgewiesen,“ erzählt Frank Schönhoff, Pädagoge im Neuhaus, der Clearingstelle in Hagen. „Aber dass hilft den Jugendlichen, die sich wirklich Mühe geben, sich in Deutschland zu integrieren, nicht weiter“, so Schönhoff.
„Wir hoffen nun auf diesem Wege, für Mirkhas und seinem Bruder eine Wohnung in Hagen zu finden, damit seine Fluchtgeschichte nun endlich ein gutes Ende findet. Dann kann Mirkhas sich auch endlich voll und ganz auf seine Schule konzentrieren und es kann sich ein Gefühl des Ankommens einstellen.“
Wer eine Wohnung für Mirkhas in Hagen vermieten möchte, kann sich in der Clearing­stelle in Hagen melden, Tel 02331 / 5960120.